Hand in Hand zur Schule – Besuch in Guatemala
Seit über drei Jahren stand für Plan-Patin Marita Hanemann aus Weimar fest: Sie will ihr Patenkind Ramiro in Guatemala besuchen.Ramiro ist mittlerweile sieben Jahre alt und in diesem Jahr hat es endlich geklappt. Zusammen mit ihrem Mann machte sich Frau Hanemann auf den Weg in das guatemaltekische Heimatdorf von Ramiro. Für Plan berichtet sie:
Endlich war es so weit: In der Nacht vor unserem Besuch hatte ich vor Aufregung kaum geschlafen. Mit Laura, der Dolmetscherin, frühstückten wir, so konnten wir noch einiges besprechen. Gegen acht Uhr holte uns Plan-Mitarbeiter Cesar Godoy mit dem Wagen ab. Das Projektgebiet lag über drei Stunden entfernt. Nach einer kurvenreichen Fahrt durch ein trockenes Gebiet erreichten wir endlich Jalapa und wurden freundlich im Plan-Büro begrüßt. Claudia Campus zeigte uns die Räumlichkeiten. Claudia und Cesar begleiteten uns beim Einkauf von Lebensmitteln für die Familie. Die Zeit verging, jetzt wollte ich aber zu Ramiro.
Nach einer Viertelstunde hielt unser Wagen in dem Heimatort von Ramiro. Mein Patenkind stand verschüchtert da: Wir sahen anders aus, wir sprachen anders – was mag er nur gedacht haben? Seine Familie hatte schon auf uns gewartet. Die Begrüßung verlief noch etwas steif. Wir übergaben unsere Geschenke, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten, und die Lebensmittel aus dem Supermarkt. Ramiros Mutter war einfach zum Gernhaben, aber auch der Vater, die Großeltern und die Tanten machten einen sehr aufgeschlossenen Eindruck.
Die Familie bedankte sich bei uns für das Waschbecken und den Ofen, beides hatten sie - wie anderen Familien in der Gemeinde auch - von Plan erhalten. Kaum vorstellbar, dass diese Dinge dort nicht zur „Grundausstattung“ gehören. Ramiro freute sich zunächst einmal über die Süßigkeiten. Uns bat man, am Tisch Platz zu nehmen. Man hatte extra für uns eine der beiden Puten geschlachtet, dazu eine leckere Suppe mit grünen Bohnen, Kartoffeln und Reis gekocht. Außerdem gab es Tortillas - und Cola. Nach dem Essen spielten mein Mann Ralf und Ramiro mit dem neuen Fußball.
Ich wollte gerne das Dorf und die von Plan finanzierte Schule sehen. Gemeinsam marschierten wir los. Ich freute mich sehr, dass mein Patenkind mit mir Hand in Hand ging. Durch die Fenster des Schulgebäudes konnten wir sehen, wie liebevoll der Raum seiner Klasse gestaltet war. Claudia berichtete von Malwettbewerben zu den Kinderrechten und von der Betreuung der Familien durch Plan. Meine Hochachtung gehört Ramiros Mutter, die ihr Kind zur Schule gehen lässt. Sie hätte nämlich Ramiro auch mit auf die Plantage nehmen können, damit er dort, wie viele andere Kinder, bei der Arbeit hilft.
Auf dem Rückweg durfte Ramiro im Wagen mitfahren, die Dorfbewohner verfolgten das Geschehen neugierig. Stolz zeigte uns die Familie von Ramiro ein paar Lehmmauern ¬- der Beginn ihres ersten eigenen Häuschens. Schnell verging die Zeit, wir haben viel gelacht. Der Abschied fiel dann doch recht schwer, auch Ramiro fremdelte überhaupt nicht mehr. Wir durften liebevolle, trotz ihrer Armut zufriedene und selbstbewusste Menschen und ihre Gastfreundschaft erleben.
Zum Abschied bekamen wir einen Topf Honig aus der Bienenzucht des Vaters geschenkt. Als Ramiros Mutter sich dafür entschuldigen wollte, dass sie uns in einer so armseligen Hütte empfangen hatte, kamen mir die Tränen. Wir beendeten unseren Besuch mit vielen Worten, langem Winken und der Gewissheit, die richtige Hilfe zu leisten.



