Warum habt Ihr noch keine Kinder?

Nadja Grüning, Patin und Studentin aus Münster, machte sich letztes Jahr auf den Weg nach Ecuador. Zusammen mit ihrem Freund besuchte sie ihr Patenkind, die kleine Jessica. Frieder Dähnhardt, ebenfalls Student, war so beeindruckt, dass er nach seiner Rückkehr die Patenschaft für einen kleinen Jungen in Peru übernahm. Hier der Bericht des jungen Paares:

Endlich ist es soweit. An unserem Besuchstag sitzen wir morgens um sieben Uhr ziemlich aufgeregt im Auto, ausgestattet mit Lebensmitteln sowie mit Kleidung und Spielzeug für die zweijährige Jessica. Begleitet werden wir von den Plan-Mitarbeitern: Dem Fahrer Luis und Ceci, die zum Dolmetschen mitgekommen ist. Bereits auf der Fahrt erzählen beide uns über das Leben in der Region Cotopaxi und über die verschiedenen Projekte von Plan. Nach einer ziemlich kurvenreichen Fahrt über unebenes Gelände, bei der wir reichlich  durchgeschüttelt werden, gelangen wir zum Dorf von Jessica und ihrer Familie.

Während der Fahrt fragten wir uns noch, was uns wohl erwarten würde, und wie wir uns verhalten sollten. Aber kaum angekommen, sind die Bedenken wie weggefegt. Etwa 15 Dorfbewohner haben sich vor dem Haus von Jessicas Großeltern versammelt, um uns zu begrüßen. Dann lernen wir Lucinda, die Mutter meines Patenkindes, kennen. Sie ist jünger als ich, 19 Jahre, und hat mittlerweile noch ein zweites Kind bekommen, die kleine Blanca. Lucindas Mann, der Vater von Jessica und Blanca, ist nicht anwesend. Er arbeitet auf einem Markt in Quito und kann nur einmal im Monat zu seiner Familie fahren.

 

Gleich nach der Begrüßung bekommen wir etwas zu essen. Es gibt Bohnen (avas) und Maiskolben (choclo), die man in eine Schale mit Salz taucht. Während unserer Mahlzeit, wartet die Familie draußen. Ceci erklärt uns, dass es hier so Sitte sei: Der Besuch bekomme immer zuerst etwas zu essen, danach alle anderen. Anschließend übergeben wir die mitgebrachten Geschenke. Auch hier gilt es wieder, die Sitten und Bräuche der Menschen in diesem Land zu kennen bzw. zu verstehen. So gebe ich Lucinda die Sachen direkt in die Hand, da sie diese sonst nicht angenommen und als Geschenk empfunden hätte.

Uns bleibt noch etwas Zeit, um uns gegenseitig auszutauschen. Francisco,  Dorfbewohner und Kontaktperson zu Plan, übersetzt unser Spanisch in Quichua, die indigene Sprache Ecuadors. Manchmal hilft Ceci dann noch mit Englisch aus. Die Dorfbewohner finden es sehr lustig und merkwürdig, dass Frieder und ich mit 24 bzw. mit 22 Jahren noch keine Kinder haben, geschweige denn verheiratet sind. Lucinda war das schon mit 15!

Draußen machen wir dann einige Fotos und Francisco holt ein Schaf aus dem Stall, mit dem die Familie uns noch unbedingt ablichten möchte. Anschließend besuchen wir zusammen mit der ganzen Familie die von Plan errichtete Schule. Sie ist noch ziemlich neu und alle im Dorf sind sehr stolz auf sie. Auch hier posierten wir noch einmal für die Kamera.

Alles in allem ein wunderbarer Tag! Obwohl Jessica sehr schüchtern ist, hat es mich berührt, sie, ihre Familie und die Lebensbedingungen in Ecuador kennen zu lernen. Für uns eine unvergessliche Erfahrung. Gerne nehmen wir die Einladung von Francisco, Jessicas Familie und der Dorfgemeinschaft an und besuchen sie wieder.

 

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Schule ist schön! Ich freue mich, dass ich bald schreiben lernen kann.

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