Deutschland meets Brasilien

Im April 2006 machte sich Klaus-Josef Thewes aus dem Saarland auf den Weg nach Brasilien, um sein Patenkind zu besuchen. Fußball spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Der Plan-Pate, der seit fast dreißig Jahren die Post in Schmelz-Hüttersdorf zustellt, berichtet über seine Begegnung mit dem dreizehnjährigen Edgle.

Mein Entschluss, in Brasilien Urlaub zu machen und bei dieser Gelegenheit mein Patenkind Edgle zu besuchen, war schnell gefasst. Am 4. April war es soweit. Ich flog von Frankfurt über Lissabon nach Fortaleza - und am 10. April weiter nach São Luís, Hauptstadt des Bundesstaates Maranhão.


Am nächsten Morgen holten mich die Mitarbeiter von Plan-Brasilien im Hotel ab: Duany, Neis der Fahrer und Franziska, eine Deutsche, die in São Luís lebt, und mich als Dolmetscherin unterstützte. Es regnete an diesem Tag in Strömen, in Brasilien war immer noch Regenzeit.

 

Wir fuhren los ins Programmgebiet, zum Wohnort meines Patenkindes Edgle, seiner Mutter und seines Bruders. Doch zunächst wurden mir alle Mitarbeiter des Plan-Büros vorgestellt, dann besuchten wir noch einen Kindergarten, den Plan eingerichtet hatte. Anschließend fuhren wir zur Krankenstation. Dort werden die Menschen aus der Umgebung kostenlos medizinisch versorgt. Die Station wurde vor zwei Jahren gegründet, zwei Drittel steuerte Plan zur Finanzierung bei, den Rest hat die Stadt São Luís aufgrund des Engagements von Plan dazu gegeben.

 

Weiter ging es durch ein Labyrinth von Gassen - die eigentlich mit Straßen, wie wir sie kennen, nicht vergleichbar sind. Mehrmals blieben wir mit dem Pick-up im Schlamm stecken. Dann hielten wir vor einer Hütte an, deren Front etwa fünf bis sechs Meter einnahm. Als wir bei strömenden Regen ausstiegen, wartete Edgles Mutter schon unter dem kleinen Vordach. Sie umarmte mich herzlich und weinte. Dann stand Edgle vor mir. In diesem Moment fiel die ganze Anspannung dieser Reise von mir ab und wir umarmten uns.

Edgle holte ein Fotoalbum hervor, in dem er alle Bilder, die ich ihm aus Deutschland geschickt hatte, aufbewahrte. Dazu meine Briefe, die nun unter dem Vordach an der Wand klebten. Daneben hing ein großes Plakat, auf dem in großen Buchstaben stand: Seja bem vindo Klaus - übersetzt: "Herzlich Willkommen, Klaus" Ich war sehr gerührt.

 

Ich hatte natürlich Geschenke für Edgle und seine Familie mitgebracht. Unter anderem einen Fußball, der begeistert von den Jungen in Empfang genommen wurde und den wir gleich gemeinsam aufpumpten. Das größte Geschenk aber stand noch bevor. Da Edgle morgens über eineinhalb Stunden zu Fuß zur Schule gehen muss, wollte ich ihm ein Fahrrad kaufen. Nach dem Okay der Plan-Mitarbeiter machten wir uns zusammen mit der Mutter auf den Weg. Ein solch glückliches Gesicht, wie das von Edgle, hatte ich schon lange nicht mehr gesehen.

 

Dann hieß es langsam Abschied nehmen. Ich versprach Edgle, ihn und seine Familie in einigen Jahren wieder zu besuchen. Die Erlebnisse an diesem Tag waren überwältigend. Der Kontrast zum „reichen Brasilien“ war besonders gravierend, als ich am Abend in einem Einkaufszentrum in der Nähe des Hotels in einer Gaststätte saß. Die Menschen, die ich im „armen Brasilien“ kennen gelernt habe, und die Art und Weise, wie sie ihr Leben meistern, haben mich sehr beeindruckt.

 

 

AddThis Social Bookmark Button

Mit Plan vor Ort
Die Welt der Patenkinder: Interessante Informationen zu allen Programmländern.

zur Länderinformation