| Einwohner | 37,7 Mio. (Deutschland: 82,1 Mio.) |
| Lebenserwartung | 59 Jahre (D: 80 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 108 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 1.230 USD (D: 42.560 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 82%, Männer 89% |
| Landesfläche | 1.886.068 qkm (D: 357.050 qkm) |
| Hauptstadt | Khartoum |
| Landessprache | Arabisch |
| Religion | Islam (65%), Christentum (5%), lokale Glaubensrichtungen |
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*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2011
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Geografie
Der Sudan ist in etwa fünfmal so groß wie Deutschland. Im Norden erstrecken sich die Nubische und Libysche Wüste und im Nordosten die rund 750 km lange Küste zum roten Meer mit der Hafenstadt Bur Sudan. Bei Khartoum fließen der Blaue und der Weiße Nil zum eigentlichen Fluss Nil zusammen. Im Westen des Landes erhebt sich das Marra-Gebirge. Westlich des Weißen Nils liegen die zwischen 500 und 1.300 Meter hohen Nuba-Berge.
Geschichte
Sudans Geschichte reicht bis ins Alte Ägypten zurück, als um 900 v. Chr. das Reich Kusch entstand. Um 600 bis 700 n. Chr. verbreiteten sich das Christentum von Ägypten und der Islam von Arabien aus. Ab dem 15. Jahrhundert herrschte das islamische Reich Fung, bis die Region 1821 dem Osmanischen Reich angeschlossen wurde. Erst unter der türkisch-ägyptischen Herrschaft wuchsen die verschiedenen Völker und Regionen zum Sudan zusammen. 1881 stürzte Mohamed Ahmed El Mahdi die ägyptische Herrschaft. Als seine Armee 1898 den Briten unterlag, wurde der Sudan bis 1956 britisch-ägyptisches Kondominium, faktisch also britische Kolonie. Nach seiner Unabhängigkeit durchlief der Sudan verschiedene Stadien vom Mehrparteien- zum Einparteiensystem bis hin zur Militärdiktatur. Von 1956 bis 2005 herrschte im Süden des Landes ein Bürgerkrieg, ausgenommen die Jahre 1972 bis 1983. 1986 wurde der Sudan Islamische Republik. Eine radikale Islamisierungspolitik folgte. Seit 1998 steht Omar Hassan al-Bashir der Regierung vor.
Situation heute
2003 eskalierten Auseinandersetzungen zwischen der sudanesischen Regierung und einer Rebellenbewegung in der westlichen Region Darfur. Die Rebellen fordern mehr Mitbestimmung und Entwicklung für ihre Region. Ob ein Waffenstillstandsabkommen vom Februar 2010 Frieden bringen wird, bleibt abzuwarten. Seit 2009 besteht gegen Präsident al-Bashir internationaler Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur.
Im April 2010 fanden die ersten Präsidentschafts-, Parlaments- und Kommunalwahlen seit 24 Jahren statt. Mehrere Oppositionsparteien warfen der Regierung schon im Vorfeld Betrug vor und boykottierten die Wahlen. Der amtierende Präsident Bashir sicherte sich eine dritte Amtszeit.
Die Lage im Süden hatte sich nach einem Friedensabkommen 2005 zunächst beruhigt. Seitdem genoss der Südsudan Teilautonomie. Im Januar 2011 stimmte die große Mehrheit der Südsudanesen in einem Referendum für eine Abspaltung vom Norden. Seit dem 09. Juli ist der Südsudan offiziell unabhängig. In der Grenzregion Abyei kam es unterdessen zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Truppen des Nord- und des Südsudan. Auch innerhalb des Südsudan finden immer wieder Kämpfe zwischen einzelnen Rebellengruppen und der südsudanesischen Befreiungsarmee statt.
Situation der Kinder
Armut, frühe Verheiratung, weibliche Genitalverstümmelung sowie mangelnder Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen im Sudan.
Herausforderungen
Gesundheit
Die schlechte Wirtschaftslage und Kürzungen im Sozialetat haben negative Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Medizinische Fachkräfte fehlen und viele Menschen können sich die Behandlungsgebühren nicht leisten. Unterernährung, Diarrhöe, Malaria und Tuberkulose führen bei vielen Kleinkindern zum Tod.
Bildung
1992 wurde das Schulsystem reformiert. Trotz Schulpflicht geht nur knapp die Hälfte der Kinder zur Grundschule. Entgegen der offiziellen Politik werden auch im Primarschulbereich Gebühren erhoben. Es fehlen Schulgebäude, Unterrichts-materialien und ausgebildete Lehrkräfte. Mädchen werden im Bildungs-bereich benachteiligt.
Lebensumfeld
Wassermangel und Abholzung führen zur Ausbreitung der Wüsten. Weniger als zwei Drittel der ländlichen Bevölkerung verfügen über sauberes Trinkwasser, die wenigsten haben Latrinen. Frauen und Mädchen legen täglich weite Wege zum Wasserholen zurück.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 1977
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2009: 33.056
Anzahl der Plan-Gemeinden: 194
6 Programmgebiete, davon 3 ländliche und 3 städtisch/ländliche
Programmgebiete im Nordosten und in der Zentralregion des Landes
Länderstrategie
Diese Länderstrategie beschreibt, wie Plan und seine Partner in Sudan und Südsudan verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2007 bis 2016 für Nordsudan und 2011 bis 2016 für Südsudan.
Die ausführliche Länderstrategie für den Sudan können Sie sich hier ansehen und herunterladen --> Sudan
Nachrichten aus den Projektgebieten
18.01.2012 Sudan - Verbesserte Ernte sichert Einkommen
01.02.2011 Sudan - Wunsch nach Unabhängigkeit bestätigt
17.01.2011 Sudan - Hohe Beteiligung am Referendum
07.01.2011 Sudan - Friedensprozess muss fortgeführt werden
12.08.2010 Burkina Faso, Sudan - Überschwemmungen auch in Afrika
