| Einwohner | 9,7 Mio. (Deutschland: 82,3 Mio.) |
| Lebenserwartung | 50 Jahre (D: 80 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 112 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 410 USD (D: 42.440 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 77 %, Männer 79 % |
| Landesfläche | 26.338 qkm (D: 357.030 qkm) |
| Hauptstadt | Kigali |
| Landessprache | Kinyarwanda, Englisch, Französisch |
| Religion | Christentum (95 %), Islam |
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*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2010
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Geografie
Ruanda liegt in Ost-Zentralafrika knapp südlich des Äquators und gehört zu den kleinsten Ländern des Kontinents. Das Land wird auch das "Land der tausend Hügel" genannt, da besonders der Nordwesten aus einer hügeligen Berglandschaft besteht. Im Westen, an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, liegt der große Kivu-See.
Geschichte
Im 15. Jahrhundert wanderte das Hirtenvolk der Tutsi in das heutige Gebiet Ruandas und vermischte sich mit den dort lebenden Hutu. Mit der Entwicklung des Staates bildete sich allmählich eine herrschende Elite von Viehbesitzern(Tutsi) heraus, die den König stellte. 1884 fiel das Gebiet unter deutsche Kolonialherrschaft und nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ruanda belgische Kolonie. Die Tutsi wurden systematisch als herrschende Schicht unterstützt.
Sie besetzten alle Schlüsselpositionen und auch der Zugang zu höheren Schulen stand nur Tutsi zu. Ab 1959 führte dies zu Auseinandersetzungen zwischen Hutu und Tutsi. Es kam zu ersten Fluchtbewegungen der Tutsi. 1962 wurde Ruanda unabhängig und in den Folgejahren gab es vermehrt Angriffe und Massaker an der Tutsi-Bevölkerung. 1990 brach mit dem Angriff der Ruandischen Patriotischen Front (RPF) ein Bürgerkrieg aus. 1993 beruhigte sich die Lage zunächst. Ein Jahr später wurde mit dem Abschuss des Flugzeugs des Präsidenten Habyarimana der Völkermord ausgelöst. In drei Monaten wurden bis zu eine Million Tutsi und oppositionelle Hutu getötet. Wirtschaft und Infrastruktur brachen vollkommen zusammen. Nach Ende des Völkermords konstituierte sich eine Übergangsregierung, der zunächst Pasteur Bizimungu und dann Paul Kagame (beide RPF) vorstanden.
Situation heute
Die Präsidentschaftswahl im August 2010 gewann Paul Kagame erneut. Er wird das Land sieben weitere Jahre regieren. Mit einem Anteil von 55 Prozent sind in Ruandas Parlament weltweit die meisten Frauen vertreten. Trotz bedeutender wirtschaftlicher Erfolge seit dem Genozid lebt der Großteil der Bevölkerung weiterhin in Armut.
Situation der Kinder
Kinder haben Rechte. Tausende Kinder in Ruanda sind Waisen. Viele leben in extremer Armut. Fehlender Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, Kinderarbeit und die Ausbreitung von HIV und Aids stellen nur einige Kinderrechtsverletzungen in Ruanda dar.
Herausforderungen
Gesundheit
Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist unzureichend. Die Kinder- und Müttersterblichkeitsrate ist sehr hoch. Vor allem auf dem Land fehlt es an Gesundheitszentren, qualifiziertem medizinischen Personal sowie an Medikamenten. Viele Menschen erkranken an Malaria, Tuberkulose oder schwerem Durchfall. Viele Menschen leiden noch an den Folgen von Krieg und Völkermord.
Bildung
In Ruanda herrscht Schulpflicht. Die sechsjährige Grundschule ist kostenlos. 2009 wurden zudem die Gebühren für die ersten drei Jahre der Sekundarschule abgeschafft. 2010 wurde Französisch durch Englisch als Unterrichtssprache ersetzt. Für den Großteil der Ruander - auch für die meisten Lehrer - ist dies eine Fremdsprache.
Lebensumfeld
Knapp drei Viertel der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur weniger als die Hälfte hat Sanitäreinrichtungen. Abholzung und Kriegsschäden führten zu einem starken Rückgang der Wald- und Baumbestände und begünstigen nach wie vor Bodenerosion. Fast 90 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Mehr als die Hälfte der Ruander lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 2007
Anzahl der Patenkinder in Finanzjahr 2009: 7.000
Anzahl der Plan-Gemeinden: 18 (10.922 Familien)
1 ländliches Programmgebiet Nordosten des Landes
Länderstrategie
Diese Länderstrategie beschreibt, wie Plan Ruanda und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit für den Zeitraum 2008 bis 2013.
Die ausführliche Länderstrategie für Ruanda können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Ruanda
Plan trägt dazu bei, dass Mädchen wie Riyana zur Schule gehen können - eine Voraussetzung für ihren Weg aus der Armut.
