| Einwohner | 16,1 Mio. (Deutschland: 82,2 Mio.) |
| Lebenserwartung | 55 Jahre (D: 80 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 143 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 360 USD (D: 43.330 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 23%, Männer 52% |
| Landesfläche | 1.267.000 qkm (D: 357.050 qkm) |
| Hauptstadt | Niamey |
| Landessprache | Französisch, Haussa, Djerma |
| Religion | Islam (94%), andere Glaubensrichtungen |
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*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2011
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Geografie
Niger liegt in Westafrika. Am Flusslauf des Niger im Süden lebt der Großteil der Bevölkerung. In der Landesmitte schließen sich die Sahelzone und im Norden die Sahara an, die zirka 60 Prozent der Landesfläche ausmacht. Vom zentralen Air-Gebirge her speisen Flüsse Oasen; der Tschadsee im Osten errreicht nur bei Hochwasser die Landesgrenze. Infolge ausgedehnter Dürreperioden und geringer Niederschläge rückt die Wüste immer bedrohlicher in die bevölkerten Gebiete vor.
Geschichte
In vorkolonialer Zeit stand das Gebiet des heutigen Niger unter dem Einfluss mehrerer westafrikanischer Königreiche. 1922 wurde das Land offiziell französische Kolonie. 1960 wurde Niger unter Hamani Diori unabhängig. 1974 übernahm General Kountché die Macht und errichtete einen Einparteienstaat. Seit 1991 sind wieder mehrere Parteien zugelassen. Die 1990er Jahre waren geprägt von politischer Instabilität. 1997 konnte ein Friedensabkommen mit Tuareg und Toubou Milizen geschlossen werden, die seit 1990 gegen die Zerstörung ihres Lebensumfelds (u.a. wegen der Uranförderung) kämpften. Aufgrund internationaler Proteste übergab die Militärjunta 1999 die Macht an eine gewählte Zivilregierung unter Präsident Mamadou Tandja.
Situation heute
Unter heftigen Protesten und Wahlboykott der Opposition gewann die Partei von Präsident Tandja die Parlamentswahlen im Oktober 2009. Er wurde im Februar 2010 durch einen Militärputsch gestürzt. Im Januar 2011 fanden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt, aus denen Mahamadou Issoufou als Sieger hervorging. Seit April 2011 ist er Präsident des Landes.
Die Bevölkerung des Niger ist in Folge fehlenden Regens und abnehmender Bodenfruchtbarkeit immer häufiger von Dürren und unzureichenden Ernteerträgen betroffen. Im Frühjahr 2012 warnte die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) erneut, dass über fünf Millionen Menschen im Land akut von Hunger bedroht seien.
Situation der Kinder
Unzureichender Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen, Gewalt an Schulen, Fehl- und Unterernährung sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen im Niger.
Herausforderungen
Gesundheit
Niger hat weltweit eine der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten. Verantwortlich hierfür ist das Fehlen eines umfassenden Gesundheitswesens und mangelnde Hygiene. In den ländlichen Gebieten hat nur etwa ein Drittel der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Über vierzig Prozent der Kinder sind untergewichtig, bedingt durch Unter- bzw. Fehlernährung. In der Trockenzeit leiden viele unter Atemwegserkrankungen, Masern, Tuberkulose und Meningitis; in der Regenzeit ist Malaria weit verbreitet. Besonders Kleinkinder sterben an solchen vermeidbaren Krankheiten.
Bildung
Trotz kostenloser Grundschulen und Schulpflicht bleibt die Einschulungsrate niedrig. Es fehlt an ausgebildetem Lehrpersonal und die vorhandenen Schulgebäude sind oft schlecht ausgestattet. Viele Eltern sind außerdem auf die Mithilfe ihrer Kinder im Haushalt oder auf dem Feld angewiesen. Im Norden des Niger, wo die Tuareg und die Peulh noch häufig eine nomadische Lebensweise führen, ist es schwierig für die Kinder, regelmäßig zur Schule zu gehen.
Lebensumfeld
Wassermangel und das Vordringen der Wüste verschlechtern die Lebensbedingungen der Menschen zusehends. Wegen der Dürren fallen die Ernten immer geringer aus. Zwei Drittel der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 1998
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2011: 22.408
Länderstrategie
Die Länderstrategie beschreibt, wie Plan Niger und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2009 bis 2013.
Die ausführliche Länderstrategie für Niger können Sie sich hier ansehen und herunterladen ->Niger
Nachrichten aus den Projektgebieten
14.09.2012 Niger, Mali, Burkina Faso, Kamerun, Senegal - Effektive Hilfe in der Sahelzone verbessert Ernteprognose
27.08.2012 Niger - 35 Tonnen Hilfsgüter erreichen Niger
21.08.2012 Niger, Mali - Überschwemmungen in Niger
10.08.2012 Niger, Mali, Kamerun, Burkina Faso, Senegal - Kanadische Regierung unterstützt Nothilfe in der Sahelzone
01.08.2012 Niger, Mali, Burkina Faso - Nahrungskrise in der westafrikanischen Sahelzone hält an
