| Einwohner | 14,7 Mio. (Deutschland: 82,3 Mio.) |
| Lebenserwartung | 51 Jahre (D: 80 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 167 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 330 USD (D: 42.440 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 26%, Männer 53% |
| Landesfläche | 1.267.000 qkm (D: 357.030 qkm) |
| Hauptstadt | Niamey |
| Landessprache | Französisch, Haussa, Djerma |
| Religion | Islam (94%), andere Glaubensrichtungen |
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*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2010
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Geografie
Niger liegt in Westafrika. Am Flusslauf des Niger im Süden lebt der Großteil der Bevölkerung. In der Landesmitte schließen sich die Sahelzone und im Norden die Sahara an, die zirka 60 Prozent der Landesfläche ausmacht. Vom zentralen Air-Gebirge her speisen Flüsse Oasen; der Tschadsee im Osten errreicht nur bei Hochwasser die Landesgrenze. Infolge ausgedehnter Dürreperioden und geringer Niederschläge rückt die Wüste immer bedrohlicher in die bevölkerten Gebiete vor.
Geschichte
In vorkolonialer Zeit stand das Gebiet des heutigen Niger unter dem Einfluss mehrerer westafrikanischer Königreiche. 1922 wurde das Land offiziell französische Kolonie. 1960 wurde Niger unter Hamani Diori unabhängig. 1974 übernahm General Kountché die Macht und errichtete einen Einparteienstaat. Seit 1991 sind wieder mehrere Parteien zugelassen. Die 1990er Jahre waren geprägt von politischer Instabilität. 1997 konnte ein Friedensabkommen mit Tuareg und Toubou Milizen beschlossen werden, die seit 1990 gegen die Zerstörung ihres Lebensumfelds (u.a. wegen der Uranförderung) kämpften. Aufgrund internationaler Proteste übergab die Militärjunta 1999 die Macht an eine gewählte Zivilregierung unter Präsident Mamadou Tandja.
Situation heute
Unter heftigen Protesten und Wahlboykott der Opposition gewann die Partei von Präsident Tandja die Parlamentswahlen im Oktober 2009. Durch eine Verfassungsänderung hatte sich Tandja zuvor die Möglichkeit für eine dritte Amtszeit verschafft. Im Februar 2010 kam es zu einem Militärputsch. Wenige Tage nach dem Putsch wurde ein ziviler Regierungschef ernannt. Der ehemalige Informationsminister Mahamadou Danda wird die Regierungsgeschäfte übergangsweise führen. Neuwahlen wurden in Aussicht gestellt.
Situation der Kinder
Unzureichender Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildungseinrichtungen, Gewalt an Schulen, Fehl- und Unterernährung sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen im Niger.
Herausforderungen
Gesundheit
Niger hat weltweit eine der höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten. Verantwortlich hierfür ist das Fehlen eines umfassenden Gesundheitswesens und mangelnde Hygiene. In den ländlichen Gebieten hat nur etwa ein Drittel der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Über vierzig Prozent der Kinder sind untergewichtig, bedingt durch Unter- bzw. Fehlernährung. In der Trockenzeit leiden viele unter Atemwegserkrankungen, Masern, Tuberkulose und Meningitis; in der Regenzeit ist Malaria weit verbreitet. Besonders Kleinkinder sterben an solchen vermeidbaren Krankheiten. Die HIV-Infektionsrate steigt.
Bildung
Trotz kostenloser Grundschulen und Schulpflicht gehen nur knapp 40% der Kinder zur Schule. Es fehlt an ausgebildetem Lehrpersonal und die vorhandenen Schulgebäude sind oft schlecht ausgestattet. Viele Eltern sind außerdem auf die Mithilfe ihrer Kinder im Haushalt oder auf dem Feld angewiesen. Im Norden des Niger, wo die Tuareg und die Peulh noch häufig eine nomadische Lebensweise führen, ist es schwierig für die Kinder, regelmäßig zur Schule zu gehen.
Lebensumfeld
Wassermangel und das Vordringen der Wüste verschlechtern die Lebens-bedingungen der Menschen zusehends. Wegen der Dürren fallen die Ernten immer geringer aus. Zwei Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 1998
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2009: 18.908
Anzahl der Plan-Gemeinden: 76
2 ländliche Programmgebiete im Südwesten des Landes
Länderstrategie
Die Länderstrategie beschreibt, wie Plan Niger und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2009 bis 2013.
Die ausführliche Länderstrategie für Niger können Sie sich hier ansehen und herunterladen ->Niger
Programmberichte
Der Programmbericht des Finanzjahres 2008 (Juli 2007 bis Juni 2008) gibt Ihnen einen Überblick, welche Projekte in den Schwerpunktprogrammen umgesetzt wurden.
Den ausführlichen Programmbericht für Niger können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Niger
Nachrichten aus den Projektgebieten
30.07.2010 | Niger - Plan hilft Hungernden
07.05.2010 | Niger - Warnung vor Hungersnot
18.03.2010 | Niger - Frauen graben gegen Mangelernährung
25.08.2008 | Niger - Schwere Überschwemmungen
12.09.2007 | Burkina Faso, Niger, Benin, Togo, Sudan - Fluten in West- und Ostafrika
