Malawi

Einwohner 15,7 Mio. (Deutschland: 82,1 Mio.)
Lebenserwartung 55 Jahre (D: 80 Jahre)
Kindersterblichkeit* 100 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
Pro-Kopf-Einkommen 280 USD (D: 42.560 USD)
Alphabetisierungsrate** Frauen 85%, Männer 87%
Landesfläche 118.480 qkm (D: 357.030 qkm)
Hauptstadt Lilongwe
Landessprache Chichewa, Englisch
Religion Christentum (82%), Islam (11%), lokale Glaubensrichtungen
*pro 1.000 Lebendgeburten  **bei Jugendl. (15–24 Jahre)  Stand 2011

Geografie

Malawi verläuft zirka 800 Kilometer von Norden nach Süden entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs, der größtenteils vom Malawisee bedeckt ist. An den Ufern steigen fruchtbare Hochplateaus bis zu 3.000 Meter auf. Der Niederschlag während der Regenzeit von November bis April fiel in den letzten Jahren gering aus.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert wurde das heutige Malawi zur britischen Kolonie "Nyassaland". Unruhen führten 1959/60 zum Ausnahmezustand. 1964 wurde das Land unter Hastings Banda unabhängig, der einen Einparteien-Staat aufbaute und sich 1971 zum "Präsidenten auf Lebenszeit" ernennen ließ. Die Ölkrise, Dürren und der Bürgerkrieg im benachbarten Mosambik führten zu wirtschaftlichen Einbrüchen. Unruhen, ausgelöst durch eine wachsende Opposition, erzwangen 1992 die Einführung eines Mehrparteien-Systems. 1994 gewann Bakili Muluzi die ersten freien Wahlen. Die Verfassung legt die Gleichberechtigung der Frauen fest.

Situation heute

Seit Mai 2004 ist Bingu wa Mutharika Präsident des Landes. Er wurde im Mai 2009 im Amt bestätigt. Es herrscht weitgehende politische Stabilität. Seit 2002 leidet die Bevölkerung unter wiederkehrenden Hungersnöten. Nach wie vor ist die Wirtschaft stark vom Klima, den Weltmarktpreisen sowie der finanziellen Unterstützung aus dem Ausland abhängig.

Situation der Kinder

Hohe Analphabetenraten, vor allem bei Mädchen, Mangelernährung, Gefahren durch HIV und Aids, Missbrauch und Kinderarbeit sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen in Malawi.

Herausforderungen

Gesundheit
Trotz Fortschritte bleibt die medizinische Versorgung unzureichend. Masern, Diarrhöe, Malaria, Atemwegsinfekte und Unterernährung führen bei Kleinkindern oft zum Tod. In den Monaten vor der Ernte hat der Großteil der Menschen nicht ausreichend zu essen. Die HIV-Infektionsrate ist sehr hoch.

Bildung
Seit der Abschaffung der Schulgebühren für den Grundschulbereich 1994 sind die Schülerzahlen stark angestiegen, ohne dass entsprechende Investitionen im Bildungswesen stattfanden. Weniger als zehn Prozent der Kinder besuchen eine weiterführende Schule. Es mangelt an Schulgebäuden, Einrichtung, Lehrmaterial sowie Lehrkräften. Die Fehlernährung vieler Kinder erschwert es ihnen, dem Unterricht zu folgen.

Lebensumfeld
Malawi ist sehr dicht besiedelt, vor allem in der Mitte und im Süden des Landes. Da Plantagen 20 Prozent der Landesfläche ausmachen, ist das Ackerland sehr knapp. Die zunehmende Rodung der Wälder führt zu Bodenerosion und Wassermangel.

Daten zur Programmarbeit

Programmarbeit seit 1994
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2010: 29.280
Anzahl der Plan-Gemeinden: 179
4 Programmgebiete, davon 3 städtische und 1 städtisches/ländliches im Norden und Süden des Landes

Länderstrategie

Diese Länderstrategie beschreibt, wie Plan Malawi und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2005 bis 2010. Zurzeit überarbeitet Plan Malawi seine Länderstrategie. Bis zur Fertigstellung der neuen Strategie gilt die vorliegende.

Die ausführliche Länderstrategie für Malawi können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Malawi

Nachrichten aus den Projektgebieten

04.07.2011 Malawi - Aktionsplan gegen Kinderarbeit

25.08.2009 Malawi - Kinder auf Tabakplantagen nikotinvergiftet

Unser kleines Dorf hat jetzt sauberes Trinkwasser. Toll - denn jetzt bin ich nicht mehr krank!

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