Liberia

Einwohner 3,8 Mio. (D: 82,3 Mio.)
Lebenserwartung 58 Jahre (D: 80 Jahre)
Kindersterblichkeit* 145 von 1.000 (D: 4 von 1.000)
Pro-Kopf-Einkommen 170 US-Dollar (D: 42.440 US-Dollar)
Alphabetisierungsrate** Frauen 76 %, Männer 68 %
Landesfläche 111.370 qkm (D: 357.030 qkm)
Hauptstadt Monrovia
Landessprache Englisch, 16 lokale Sprachen
Religion 40% lokale Religionen, 40% Christentum, 20% Islam
*pro 1.000 Lebendgeburten  **bei Jugendl. (15–24 Jahre)  Stand 2010

Geografie

Liberia liegt an der westafrikanischen Atlantikküste und grenzt an Sierra Leone, Guinea und die Elfenbeinküste. Das Land ist nur knapp halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die Landschaft ist von einer tropischen Regenwaldzone geprägt. Das Klima ist heiß und feucht.

Geschichte

Liberia wurde 1822 als US-amerikanische Kolonie gegründet, um dort freigelassene Sklaven anzusiedeln. Nach der Unabhängigkeit 1947 übernahmen die "Ameriko-Liberianer" mit der True Whig Party die Macht. 1979 kam es zu einem Militärputsch unter Samuel Doe, der ein autoritäres Militärregime errichtete. Mit dem Einmarsch von Charles Taylors National Patriotic Front of Liberia aus der benachbarten Elfenbeinküste begann 1989 ein blutiger Bürgerkrieg, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung litt. 1990 wurde Doe ermordet. Nach Abschluss eines Friedensvertrages wurden 1997 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen durchgeführt. Taylor und die NPFL siegten. Taylor errichtete ein autoritär-repressives Regime. Schnell kam es zu neuen Kämpfen, die 2003 eskalierten. Ab Juni 2003 vermittelte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Nach Bildung einer „Internationalen Kontaktgruppe für Liberia“ kam es schließlich zum Waffenstillstand. Ende 2003 wurde eine Übergangsregierung eingesetzt und die UNO entsandte eine Friedenstruppe.

Situation heute

Unter dem Schutz der Vereinten Nationen und unter internationaler Beobachtung fanden 2005 Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Erstmalig in Afrika wurde mit Ellen Johnson Sirleaf eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt. Die nächsten Wahlen finden 2011 statt. Seit Juni 2007 läuft der Prozess gegen Charles Taylor in Den Haag.

Situation der Kinder

Kinder haben Rechte. Die Lebensumstände liberianischer Kinder sind von den Folgen des Bürgerkrieges geprägt. Viele von ihnen sind Waisen oder leiden an Kriegsverletzungen und Traumata. Fehlender Zugang zu Bildung und ärztlicher Versorgung sowie Kinderheirat, weibliche Genitalverstümmelung und Gefahren durch HIV und Aids sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen in Liberia.

Herausforderungen

Gesundheit
Die Kinder- und Müttersterblichkeitsrate ist sehr hoch. Die schlechten hygienischen Bedingungen führen zu Durchfallerkrankungen und anderen Infektionen. Ungefähr jedes vierte Kind ist unterernährt, wodurch das Infektionsrisiko noch verstärkt wird. Es fehlt an Gesundheitseinrichtungen, Medikamenten und medizinischem Personal.

Bildung
Durch den Bürgerkrieg ist die Infrastruktur des Bildungswesens völlig zerstört worden. Trotz Schulpflicht und kostenlosem Schulbesuch besucht nur knapp über die Hälfte der Kinder die Grundschule. Es mangelt an Unterrichtsräumen, Lehrmitteln und qualifizierten Lehrkräften.

Lebensumfeld
Die wirtschaftliche und soziale Lage ist infolge des jahrelangen Bürgerkriegs desolat. Die gesamte Infrastruktur wurde zerstört. Die meisten Familien haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und keine Sanitäranlagen. Der Grossteil der Bevölkerung ist arbeitslos. Viele Menschen verlassen ihre Dörfer, um in den Städten nach Beschäftigung zu suchen. Über ein Drittel der Liberianer lebt von weniger als einem US Dollar pro Tag.

Programmgebiete

Plan hat von 1982 bis 1990 in Liberia gearbeitet. Nach dem
Ausbruch des Bürgerkrieges 1990 musste das Kinderhilfswerk
das Land verlassen. Zwar konnte Plan ein Jahr später
dort wieder arbeiten, aber als der Konflikt 1993 erneut
eskalierte, war eine Weiterführung der Projekte nicht möglich.
2006 beschloss Plan, die Programmarbeit wiederaufzunehmen.
Der Schwerpunkt der Arbeit konzentriert sich auf den
Wiederaufbau des Bildungswesens (Bau von Schulen und
Weiterbildungsprogramme für Lehrpersonal), Mädchenförderung,
die Förderung der Gesundheitsvorsorge sowie der
Unterstützung der vom Krieg betroffenen Mädchen und
Jungen. Außerdem setzt Plan sich dafür ein, die Geburtenregistrierung
aller Kinder voranzutreiben.
Anzahl der Plan-Gemeinden: 98
1 ländliches Programmgebiet im Norden des Landes.

Länderstrategie

Die Länderstrategie beschreibt, wie Plan Liberia und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2010 bis 2014.

Die ausführliche Länderstrategie für Liberia können Sie sich hier ansehen und herunterladen ->Liberia

Projektberichte

Wollen Sie mehr über die konkrete Arbeit von Plan und seinen Partnern vor Ort erfahren? Hier finden Sie Berichte über Projekte, die mit Hilfe Ihrer Einzelspenden umgesetzt werden. Lesen Sie, welche Fortschritte im Einzelnen erzielt wurden und wofür Plan Ihre Spendengelder einsetzt.


Zwischenbericht: „Schulen für Liberia“

Vielen Kindern in Liberia wird das Recht auf Bildung verwehrt. Bildung ist jedoch der Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Der Zwischenbericht mit Fotos beschreibt, wie Plan und seine Partner mehr Kindern den Schulbesuch ermöglichen – durch den Bau von Schulen, an dem die Gemeindemitglieder aktiv mitwirken.


Den ausführlichen Projektbericht für Liberia können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Liberia

Mehr Informationen zu Kindern in Afrika:  
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Plan sorgt dafür, dass Mädchen wie Zaria aus Togo gesund aufwachsen können.

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