| Einwohner | 9,4 Mio. (82,6 Mio.) |
| Lebenserwartung | 56 Jahre (D: 79 Jahre) |
| Kindersterblichkeit* | 150 von 1.000 (D: 4 von 1.000) |
| Pro-Kopf-Einkommen | 400 USD (D: 38.860 USD) |
| Alphabetisierungsrate** | Frauen 34%, Männer 59% |
| Landesfläche | 245.860 qkm (D: 357.030 qkm) |
| Hauptstadt | Conakry |
| Landessprache | Französisch, Peul, Malinke, Soussou |
| Religion | Islam (ca. 80%), lokale Glaubensrichtungen, Christentum (5-10%) |
|
*pro 1.000 Lebendgeburten **bei Jugendl. (15–24 Jahre) Stand 2010
|
|

Geografie
Guinea erstreckt sich über vier klimatische und geografische Zonen: Niederguinea entlang der Atlantikküste ist eine fruchtbare Ebene, im Bergland Mittelguineas mit einem Europa vergleichbarem Klima wird Vieh gehalten, Oberguinea ist trockenes Savannengebiet und Guineas Waldregion liegt im äußersten Südosten.
Geschichte
Im 15. Jahrhundert erreichten die Portugiesen die guineische Küste. Der nachfolgende Sklavenhandel dezimierte die Bevölkerung beträchtlich. Mitte des 19. Jahrhunderts begann die französische Kolonisation. Mit der Unabhängigkeit 1958 brach Präsident Sékou Touré mit Frankreich; sein Einparteienstaat baute Beziehungen zur damaligen Sowjetunion auf.
Ende der 1970er Jahre begann eine politische Öffnung zum Westen. Nach Tourés Tod 1984 putschte sich General Conté an die Macht. Auf Druck internationaler Geldgeber führte er einschneidende Wirtschaftsreformen durch. 1991 verankerte eine neue Verfassung das Mehrparteiensystem. Erst nach innenpolitischen Protesten kam es 1993 und 1995 zu Wahlen, die Conté gewann. 1996 scheiterte ein Umsturzversuch.
Situation heute
Im Dezember 2008 starb Conté nach 24-jähriger Regierungszeit. Nach einem Militärputsch übernahm Hauptmann Dadis Camara das Präsidentenamt. Vor allem in der Hauptstadt Conacry kam es zu schweren Unruhen. Im September 2009 wurde eine Demonstration gegen das Militärregime von der Armee blutig niedergeschlagen. Im Dezember wurde Camara in einem Attentat schwer verletzt und ist seitdem außer Landes. Anfang 2010 wurde der oppositionelle Jean-Marie Dore als Übergangspremier ernannt. Wahlen sind für Juni 2010 geplant.
Situation der Kinder
Frühe Verheiratung, mangelnde Schulbildung, Kindesmissbrauch sowie weibliche Genitalverstümmelung sind nur einige der Kinderrechtsverletzungen in Guinea. Viele Kinder und Jugendliche leiden noch unter den Kriegserlebnissen.
Herausforderungen
Gesundheit
Besonders auf dem Land fehlen medizinische Einrichtungen mit genügend Fachpersonal. Traditionelle Heiler genießen einen hohen Stellenwert. Viele Kinder sterben an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Atem- wegsinfekten, Tuberkulose, Cholera, Tetanus und Polio sowie an den Folgen von Mangelernährung. HIV-Infektionen nehmen zu, zum Teil auch durch die starke Zuwanderung von Flüchtlingen aus den benachbarten Bürgerkriegsländern.
Bildung
Trotz Schulpflicht und kostenloser Grundschule werden weniger als zwei Drittel aller Kinder eingeschult. Es mangelt an Schulgebäuden, ausgebildetem Lehrpersonal und Lehrmaterialien. Nur knapp ein Drittel der Schüler beendet die sechste Klasse. Besonders Mädchen werden nicht zur Schule geschickt, weil sie im Haushalt helfen müssen und ihrer Bildung kaum Wert beigemessen wird. Aber auch Jungen können oft aufgrund der Armut der Eltern nicht zur Schule gehen.
Lebensumfeld
Auf dem Land leben die Menschen meist ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Latrinen. Frauen und Kindern müssen kilometerlange Wege für Wasser, Brennholz und Nahrungsmittel zurücklegen. Der Bergbau hat ganze Landstriche verwüstet. In Oberguinea ist die Verschlechterung der Bodenqualität ein großes Problem. In der Waldregion führen Rodungen, die durch den Zustrom von Flüchtlingen zunehmen, zu Bodenerosion.
Daten zur Programmarbeit
Programmarbeit seit 1989
Anzahl der Patenkinder im Finanzjahr 2009:33.296
Anzahl der Plan-Gemeinden: 52
4 Programmgebiete im Südosten des Landes
Länderstrategie
Diese Länderstrategie beschreibt, wie Plan Guinea und seine Partner verschiedene Ressourcen einsetzen, um die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven von schutzbedürftigen Kindern zu verbessern. Die Länderstrategie bildet den Rahmen für eine beständige und kontinuierliche Programmarbeit während des Zeitraums von 2004 bis 2019.
Die ausführliche Länderstrategie für Guinea können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Guinea
Programmberichte
Der Programmbericht gibt Ihnen einen Überblick über die Arbeit des Kinderhilfswerks im vergangenen Finanzjahr (Juli 2007-Juni 2008).
Den ausführlichen Programmbericht für Guinea können Sie sich hier ansehen und herunterladen -> Guinea
Nachrichten aus den Projektgebieten
04.02.2010 | Guinea - Beschneidungsfreie Dörfer
23.01.2007 | Guinea - Projektarbeit trotz Streiks und Unruhen
20.12.2006 | Guinea - Generalstreik in Guinea-Bissau
