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Unterwegs im Land der starken Mädchen

Auf einer Reise durch Nepal konnten sich elf Reiseteilnehmer Ende Oktober ein eigenes Bild von den Plan-Projekten vor Ort machen - und waren überwältigt: von dem Engagement der örtlichen Mitarbeiter, dem Lerneifer der Kinder, der Herzlichkeit der Menschen und den beeindruckenden Fortschritten in einem Land, in dem Mädchen systematisch gestärkt und Frauen immer stärker werden.

Das ganze Viertel ist auf den Beinen. Lachende Schulkinder stehen Spalier, Frauen halten Körbe voller Blüten, tibetische Gebetsfahnen flattern am strahlend blauen Himmel: Heute ist ein aufregender Tag für die Kinder von Hetauda, einer kleinen Stadt in der Hochebene südlich von Kathmandu. Vor allem aber für Henriette Kolandt-Schönebeck und ihren Sohn Frederik aus dem bayrischen Untermeitingen: Heute wird das neue Schulgebäude eröffnet, das sie mit Geldern aus ihrer Stiftung ermöglicht haben. Bislang war ihre Stiftung nur eine Idee, der Wunsch, einem der ärmsten Länder der Welt sinnvoll zu helfen. Bislang war es eine Summe, schwarz auf weiß auf einem Formular. Jetzt werden die ersten Erfolge sichtbar - wie die weiß getünchten Wände des neuen Seitentraktes, die dunklen Holzbänke, die kleinen Tische, die Schiefertafeln... 65 Kinder mussten bislang ein Klassenzimmer teilen, jetzt werden es nur noch 40 sein. Für deutsche Verhältnisse noch zu viele - für Nepal ein wahrer Luxus. Wie das neue Dach, durch das es nun in der Monsunzeit nicht mehr hereinregnet. Wie die neue Toilette, die diesen Namen auch verdient.

 

Drei Stunden lang wird mit Tänzen und Musik gefeiert, alle örtlichen Honorationen halten Ansprachen. Am Ende wird eine junge Frau ans Mikrophon treten, die einzige Rednerin, 18 Jahre alt, eine Absolventin der Schule. Sie spricht kraftvoll, mit Esprit, sie bannt ihre Zuhörer, bringt sie zum Lachen: Sie spricht davon wie wichtig Lernen und Bildung sind - vor allem für Mädchen. Und alle spüren: In diesem Land ist einiges in Bewegung...

 

Die intensivsten Momente dieser Reise werden die Begenungen und Gespräche sein, die die Plan-Mitarbeiter durch unermüdliches Dolmetschen ermöglichen: Etwa im Child's Club" von Falkapur, einem Ort in der Tiefebene nahe Indien. Hier, wo Kinderarbeit noch üblich ist, bemühen sich die Teenager des Clubs in ihren Dörfern um ein neues Bewusstsein für die Rechte der Kleinsten. Was sie später werden wollen? "Ärztin" sagt ein Mädchen. "Pilotin" ein anderes. Mutige, selbstbewusste Pläne.

 

Oder im "Kamalari"-Projekt in Lamahi, das minderjährige Mädchen aus der Zwangsarbeit befreit. Urmila war eine von ihnen. Mit sechs gaben ihre Eltern sie an Großgrundbesitzer. Heute ist sie 19 und hat mit Plan-Hilfe ein Fotogeschäft aufgebaut: "Seht diese Hände an", sagt sie, "13 Jahre lang haben sie den Abwasch anderer Leute gemacht, heute halten sie eine Kamera."

 

Oder im Bergdorf Bhimpedi: Vor dem Schalter eines "Micro Finance"-Projektes, das Kleinkredite an Frauen vergibt, wartet Kalawati mit ihrer Mutter. Sie will Geld leihen, um weitere Ziegen anzuschaffen, ihre Landwirtschaft auszubauen. Bathuli is 62 und schon Urgroßoma, ihre Mutter über 80. In diesem Alter so große Pläne? Sie lacht. Gewiss! Es ist noch viel zu tun...

 

Nach zehn eindrucksvollen Tagen bleibt bei den Reiseteilnehmern das gleiche Gefühl: Es ist viel auf einem guten Weg, aber der Weg ist noch weit. Es gibt viele sinnvolle Schritte, ihn zu gehen.

 

Text: Annette Waldmann

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Ich freue mich, dass Plan eine Schule für mein Dorf baut. Ich will Lehrerin werden!

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