Bio-Großhändler Weiling - 1 Cent je Banane
Zufriedene Gesichter gab es auf beiden Seiten, als im August 2007 ein fünfjähriger Kooperationsvertrag zwischen Plan und dem Bio-Großhändler Weiling GmbH unterzeichnet wurde. Das Unternehmen spendet in dieser Zeit pro verkaufter Banane aus den Herkunftsländern Ecuador und Dominikanische Republik einen Cent für Plan-Projekte in diesen Ländern.In der Dominikanischen Republik, im Projektgebiet San Juan, sollen 900 Kleinkinder in Gemeindezentren gefördert werden. San Juan liegt im trockenen Landesinneren der Insel. Ausbleibende Regenfälle führen dort häufig zu Ernteausfällen. Schulen sind kaum vorhanden. Nun werden dort in fünf Gemeinden jeweils für etwa 90 Familien über ein halbes Jahr Workshops zum Thema frühkindliche Entwicklung angeboten. Je Gemeinde werden außerdem zwei Zentren zur Kinderbetreuung gegründet.
In der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil werden 200 Kindern im Armenviertel "Nueva Prosperina" unterstützt. Hier sollen auch arbeitende Kindern Zugang zu Bildungseinrichtungen erhalten. Für sie soll es spezielles Lehr- und Lernmaterial geben. Über Mikrokredite will Plan den Eltern zudem neue Einkommensmöglichkeiten verschaffen, so dass die Kinder nicht mehr mitarbeiten müssen und sie zur Schule gehen können.
Fair mit Menschen umgehen - Weiling-Geschäftsführer Dr. Peter Meyer erläutert sein Engagement für Plan:
Wie entstand die Idee für Ihr Engagement?
Meyer: Bei unseren Besuchen von Bio-Bananenplantagen waren wir begeistert von den Anbaumethoden und der starken Identifikation der Menschen mit ihrem Tun. Wir sahen aber auch, wie schwierig es für sie war, ihre und die Zukunft ihrer Kinder zu gestalten. Es gibt dort beispielsweise keine ausreichenden staatlichen Kindergärten oder Schulen. So entschlossen wir uns, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu handeln.
Weshalb setzt sich Weiling für Kinder und ihre Familien in Entwicklungsländern ein?
Meyer: Weiling handelt aus Überzeugung mit Biolebensmitteln. Dazu gehört auch, mit den Menschen fair umzugehen, die sie herstellen. Das gilt nicht nur für die Partner in der Dritten Welt, aber hier in besonderer Weise. In unseren Leitlinien heißt es: "Unser Tun ist ökologisch, ökonomisch, sozial und ethisch im Gleichgewicht." Daher glauben wir, dass es zu unserer Verantwortung gehört, für die Lebensqualität der Menschen in unmittelbarer Nähe der Bananenplantagen in der Dominikanischen Republik und in Ecuador einen Beitrag zu leisten.
Was ist für Sie das Überzeugende am Konzept von Plan?
Meyer: Plan überzeugt durch sein Engagement für Hilfsprojekte in benachteiligten Ländern. Plan verfügt über viele Kontakte und professionelles Know-how. Außerdem haben wir uns überzeugen können, wie effektiv und verantwortlich Plan mit den Mitteln umgeht, die wir zur Verfügung stellen. Die Glaubwürdigkeit von Plan passt zur Glaubwürdigkeit von bioladen*fair.".
Wie stellt Weiling sicher, dass die Bananen in der Dominikanischen Republik und Ecuador tatsächlich Bio-Produkte sind?
Meyer: Zunächst einmal sichert das System der Europäischen Union für Biolebensmittel die Qualität. Es definiert genau, was dem Biolandwirt erlaubt und verboten ist und es schreibt jährliche Kontrollen durch unabhängige Fachleute auf den Betrieben vor. Das gilt auch für Ware aus Drittländern. Dazu haben wir ein eigenes umfassendes Qualitätsmanagementsystem. Beispielsweise werden regelmäßig unangekündigte Proben an ein unabhängiges Labor geschickt, wo sie auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln hin untersucht werden, die im Bioanbau nicht erlaubt sind.

