Und was ist mit den Jungs?
Der Bericht 2011 zeigt, Jungen leiden in vielen Teilen der Welt unter Armut, Diskriminierung und mangelnden Chancen. Um Gleichberechtigung nachhaltig zu fördern, können nicht ausschließlich Mädchen und Frauen gestärkt werden – und es darf nicht allein ihre Aufgabe sein, sie zu verwirklichen. Gleichberechtigung erfordert das Engagement aller. Väter, Ehemänner, Brüder und Freunde tragen genauso zur Gleichberechtigung bei wie Mädchen und Frauen, die ihre Rechte einfordern.Warum sich Jungen und Männer für Gleichberechtigung engagieren sollten, wie sie dies konkret tun können und in welcher Form sie selbst davon profitieren, zeigt der Bericht 2011. Wenn Männer Gewalt ausüben, tun sie dies oft im Glauben, dass Mädchen und Frauen weniger wert seien als sie – eine gefährliche Fehleinschätzung, die Geschlechterungleichheit und Diskriminierung noch verstärkt. Das Gleiche gilt für die Vorstellung, dass ein „echter Mann“ stark und hart sein müsse und Wut das einzige Gefühl sei, dass er zeigen dürfe. Solche „Glaubenssätze“ schaden nicht nur Mädchen und Frauen, sondern auch Jungen und Männern.
Der Preis dafür ist hoch: In den Ländern Nord- und Lateinamerikas sowie der Karibik brechen Jungen öfter die Schule ab als Mädchen. Die häufigsten Todesarten für junge Männer sind Verkehrsunfälle, Selbstmorde und Gewaltdelikte. Dies steht im Zusammenhang mit ihrer Sozialisierung als Mann. „Traditionelle“ Vorstellungen von Männlichkeit zwingen sie zu Verhaltensweisen, die ihnen selbst oft nicht behagen. Häufig trauen sie sich nicht, ihre Gefühle zu zeigen, oder sie haben selbst Gewalt erlebt und übertragen diese nun auf ihre Frauen und Kinder.
Bildung ist der Schlüssel – von Anfang an
In der Vorschule kann bereits in jungen Jahren die Gleichberechtigung gefördert werden. Männer mit weiterführender Schulbildung setzen sich stärker für die Gleichberechtigung ein. Sie üben seltener Gewalt gegen Frauen aus und beteiligen sich häufiger an der Erziehung der Kinder.
Aktionsplan: Bildung, Kampagnen, Gesetzgebung
1. Früh anfangen und sicherstellen, dass die Vorschulerziehung Gleichberechtigung fördert und die Eltern einbezieht
2. Lehrpläne überarbeiten: Vorurteile in Frage stellen und Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerkennen
3. Mädchen und Jungen an der Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Sexualerziehung beteiligen
4. Schulen für Mädchen und Jungen zu sicheren Orten machen
5. Kampagnen zur Bekämpfung von Diskriminierung starten und Jungen und Männer daran beteiligen
6. Gesetze verabschieden, die beide Elternteile darin bestärken, sich an der Erziehung ihrer Kinder zu beteiligen
7. Gesetze zur Beendigung von Gewalt gegen Mädchen und Frauen durchsetzen
8. Gesetze zur Chancengleichheit erlassen
Sehen Sie hier den Clip zum Bericht 2011 von Plan International auf Youtube.
Laden Sie hier den Bericht „Und was ist mit den Jungs?“ als PDF-Dokument herunter:
2011: deutsche Zusammenfassung
2011: englische Version




