Gemeinsame Erklärung der Patenschaftsorganisationen Plan International, World Vision, Childfund und Kindernothilfe zum Thema Genitalverstümmlung (FGM)
Die Patenschaftsorganisationen betrachten weibliche Genitalverstümmelung als schwere Kinder- und Menschenrechtsverletzung, die das sichere und gesunde Aufwachsen von Mädchen behindert und deshalb abgeschafft werden muss. In den letzten Wochen hat es dennoch Kritik seitens einer so genannten Taskforce an den Konzepten zur Bekämpfung von FGM insbesondere bei den Patenschaftsorganisationen gegeben. Dazu stellen wir gemeinsam fest:Wir verstehen das Anliegen der Kampagne, ihre Kritik ist jedoch unberechtigt und die Aufforderung an Spender, ihre Hilfe einzustellen, nützt potentiell betroffenen Mädchen überhaupt nicht.
Wir beschäftigen uns sehr ernsthaft mit dem Problem der weiblichen Genitalverstümmelung, denn sie ist eine schwere Kinder- und Menschenrechtsverletzung, die das sichere und gesunde Aufwachsen von Mädchen behindert und deshalb abgeschafft werden muss. Die Patenschaftsorganisationen arbeiten in zahlreichen Projekten und in ihrer lokalen, nationalen und internationalen Anwaltschaftsarbeit auf die Beendigung der Genitalverstümmelung und eine Stärkung der Kinderrechte hin. Diese Arbeit folgt internationalen Konventionen wie der UN-Kinderrechtskonvention.
Die Kampagne empfiehlt "einfache Lösungen", deren Umsetzbarkeit und Wirksamkeit die Initiatoren nur hypothetisch annehmen. Im Gegensatz dazu arbeitet Plan International mit Ansätzen, die jahrzehntelangen Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit entsprechen und auch von afrikanischen Organisationen empfohlen werden, die speziell zu diesem Thema arbeiten. Entsprechend diesen Erfahrungen wird die Praxis am ehesten aufgegeben, wenn eine Gesellschaft die Konsequenzen der Genitalverstümmelung versteht, überdenkt und zu veränderten Vorstellungen und Normen (beispielweise zur Rolle der Frau und zur Lebensperspektive von Mädchen) in Beziehung setzt. Nationale Gesetze müssen daher durch intensive Aufklärungs- und Bildungsarbeit, Diskussionen und Dialogen auf allen Ebenen und mit allen betroffenen Menschen (Meinungsführern, Frauen und Männern, Beschneiderinnen, etc.) ergänzt werden. Wir bauen damit eine wachsende Lobby für Kinderrechte innerhalb der Bevölkerung auf.
In Deutschland dokumentieren unter anderem die Dachorganisation Integra und und die GTZ sogenannte "best Practices", also erfolgreiche Ansätze, neben internationalen Werken wie Unicef. Wie auf deren Seiten zu lesen ist, sollen die betroffenen Menschen selbst in dem Vorhaben, Genitalverstümmelung zu überwinden, unterstützt, ernst genommen und mit Respekt behandelt werden. Kampagnen werden daher zusammen mit allen Gruppen einer Gesellschaft geplant und Aufklärungsarbeit über reproduktive Gesundheit mit weiteren Ansätzen verknüpft.
Die Empfehlungen der verschiedenen Studien sind hier zu finden:
Mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de
Unsere Haltung gegenüber Genitalverstümmelung gibt uns nicht das Recht, Kinder von Hilfe abzuschneiden und ihnen damit Bildungschancen oder auch den lebenswichtigen Zugang zu sauberem Wasser zu verwehren. Das Einverständnis der Eltern durch Geld zu erkaufen ist auch kein Weg, der Menschen zu einer eigenständigen Entwicklung führt. Wir ziehen es vor, ein partnerschaftliches und auf Augenhöhe basierendes Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufzubauen. Eine Vorgehensweise, die auf Zwang basiert, widerspräche auch allen bekannten internationalen Standarts (Sphere, "Do no Harm", <a href="http://www.bmz.de/de/ziele/ziele/parisagenda/index.html" title="external-link-new-window" target="
Mehr Informationen zu Paris Deklaration:
Wir versprechen keinen hundertprozentigen Schutz aller Kinder, weil wir - und auch andere- diesen nicht für Kinder garantieren können. Wir haben keine Vormundschaftsrechte. Wir können aber durchaus belegen, dass unsere Ansätze weitreichende und nachhaltige Erfolge haben können. Beispiele:ein Evaluierungsbericht des äthiopischen Kindernothilfe-Partners Kale Heywot Church aus dem Jahre 2009, dem FGM-Report von World Vision (2007) und der Studie "Tradition and Rights" von Plan International (2005). Demnach konnte im Projektgebiet die Anzahl verstümmelter Mädchen von 61 auf 25 Prozent reduziert werden. Vergleichbare Belege sucht man bei der Task Force vergebens.
