Mädchenhandel, Zwangsprostitution und Pornografie

Schätzungen von Unicef zufolge werden jährlich eine Million Kinder, hauptsächlich Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren, in die Prostitution gezwungen. Plan setzt sich dafür ein, Missbrauch zu verhindern und den Opfern zu helfen.

In Thailand beträgt die Zahl der minderjährigen Prostituierten um die 800.000, in Indien sind es 400.000, und für Brasilien belaufen sich Schätzungen auf 500.000 bis zwei Millionen Mädchen. Jährlich werden 5.000 bis 7.000 Mädchen aus Nepal nach Indien verkauft, um dort als Prostituierte zu arbeiten.

 

Der Handel mit Mädchen und jungen Frauen gehört mittlerweile – neben dem Drogen- und Waffenhandel – zu den "profitabelsten" Geschäften und beläuft sich auf geschätzte jährliche Profite in Höhe von sieben Milliarden Dollar. Oft überlassen Eltern ihre Töchter Arbeitsvermittlern in dem guten Glauben, dass sie Tätigkeiten als Hausangestellte ausüben oder in Hotels und Industriebetrieben arbeiten und mit ihrem Lohn die Familien unterstützen können. Fallstudien, insbesondere aus Südostasien, belegen jedoch, dass die meisten Mädchen letztlich in der Prostitution landen.

 

Auch der anhaltende Massentourismus in Ländern wie Thailand und Kambodscha trägt maßgeblich zur sexuellen Ausbeutung von Mädchen bei. Thailand erwirtschaftet mittlerweile 14 bis 16 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts mit dem Geschäft mit Sex. In Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, arbeiten ca. 15.000 Prostituierte, ein Drittel davon sind Mädchen unter 18 Jahren. Die Nachfrage nach Kinderprostituierten steigt auch, weil viele Freier glauben, dass junge Mädchen nicht HIV-positiv sind und somit keine Ansteckungsgefahr existiert.

 

Kinderprostitution und Pornografie hängen eng zusammen, und Letztere verzeichnet aufgrund der zahlreichen neuen Kommunikationstechnologien enorme Zuwächse. Die Gründe für die sexuelle Ausbeutung von Kindern und insbesondere Mädchen sind vielschichtig: Die Kombination aus Armut und Unwissenheit zwingt viele Familien, ihre Kinder wegzugeben, um ihr Überleben zu sichern. Mädchen und Frauen gelten häufig als Menschen zweiter Klasse, die leichter auszubeuten sind und – wenn nötig – mittels Gewalt zu Tätigkeiten im Prostitutionsgewerbe gezwungen werden können.


Sexuelle Gewalt wird insbesondere auch in kriegerischen Auseinandersetzungen als strategische Waffe eingesetzt, um Mädchen und Frauen zur Herausgabe von Informationen zu zwingen oder einfach, um sie zu demütigen.

 

 

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