Mädchen als Ware

Weltweit arbeiten schätzungsweise 150 Millionen Mädchen und Jungen zwischen fünf und 14 Jahren, um ihr eigenes Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Rund 1,2 Millionen sind Opfer von Menschenhändlern.

Der Handel mit Mädchen und jungen Frauen gehört mittlerweile – neben dem Drogen- und Waffenhandel – zu den "profitabelsten" Geschäften und beläuft sich auf geschätzte jährliche Profite in Höhe von sieben Milliarden Dollar. Oft überlassen Eltern ihre Töchter Arbeitsvermittlern in dem guten Glauben, dass sie Tätigkeiten als Hausangestellte ausüben oder in Hotels und Industriebetrieben arbeiten und mit ihrem Lohn die Familien unterstützen können. Fallstudien, insbesondere aus Südostasien, belegen jedoch, dass die meisten Mädchen in der Prostitution landen.

Ohne Geburtenregistrierung keine Rechte

Kinderhändler haben vielerorts ein leichtes Spiel, denn viele ihrer Opfer wurden nach ihrer Geburt nicht registriert. Weil die nächste Meldestelle zu weit vom Heimatdorf entfernt liegt oder die Ausstellung einer Geburtsurkunde zu teuer ist. Ohne Geburtsurkunde lassen sich weder Alter noch Herkunft der Mädchen und Jungen nachweisen, so dass Kinderhändler, deren Kunden und ausbeuterische Arbeitgeber oft ungestraft davonkommen. Plan führt deshalb in vielen Regionen weltweit Kampagnen zur Geburtenregistrierung durch und setzt sich mit verschiedenen Projekten gegen den Mädchenhandel und die Ausbeutung von Kindern ein.

Mädchenhandel, Zwangsprostitution und Pornografie



Kinderhandel stellt eine der größten Kinderrechtsverletzungen auf den Philippinen dar: jedes Jahr sind über 1.000 Mädchen und Jungen davon betroffen. Plan unterstützt seit 2008 ein umfassendes Projekt in sieben Provinzen, um die Menschen über die Gefahren und Hintergründe von Kinderhandel aufzuklären. Außerdem werden befreite Mädchen unterstützt, in ein normales Leben zurückzukehren.

Nepal: Schutz und Bildung für Kamalari Mädchen



Im Westen des Himalaya-Staates lebt die Ethnie der Tharu. Zu ihren Traditionen gehört das System der Kamaiya – der Leibeigenschaft, von der besonders Mädchen betroffen sind. Plan setzt sich für die Abschaffung dieser Tradition ein und eröffnet Bildungschancen für die Mädchen.