Starke Mädchen verändern die Welt

Im Rahmen seiner Mädchen-Kampagne hat Plan den Internationalen Mädchentag am 22. September ins Leben gerufen. Er soll dazu beitragen, unbequeme Fakten über die Situation von Mädchen ans Licht zu bringen und eine gerechtere Welt für sie zu schaffen.

Die globale Finanzkrise trifft Mädchen in ärmeren Ländern besonders stark. Einschnitte bei den staatlichen Bildungsausgaben und die zunehmende Armut ihrer Familien zwingen sie immer häufiger, auf den Schulbesuch zu verzichten und schon als Kind zu arbeiten. Wie wichtig die Bildung und Beteiligung der Mädchen am Wirtschaftsleben jedoch für die Armutsbekämpfung ist, zeigte der diesjährige Internationale Mädchentag des Kinderhilfswerks Plan.

 

In das Potential der Mädchen investieren

Plan-Geschäftsführerin Marianne M. Raven appellierte, gerade in der Krise die Armutsbekämpfung als eines der wichtigsten Ziele zu behandeln: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um internationale Verpflichtungen wie die Millenniums-Entwicklungsziele einzuhalten und die Förderung der Mädchen und jungen Frauen in den Mittelpunkt zu rücken. Regierungen, Unternehmen, Organisationen und Familien überall auf der Welt sind aufgerufen, zu handeln und in das Potenzial Mädchen zu investieren."

 

Abschaffung der Kamalari-Praxis

Kinderrechtsexperte Krishna Ghimire und Referentin Katja Käßner berichteten über ein Plan-Projekt zur Abschaffung der Kamalari-Praxis in Nepal. Marie-Luise Marjan, Schauspielerin und Plan-Kuratoriumsmitglied, erzählte über das Mädchen Urmila, die lange Jahre als Kamalari (Leibeigene) in der nepalesischen Hauptstadt dienen musste. Die Schauspielerin ist überzeugt: "Alphabetisierung oder berufsbildende Maßnahmen, Mikrokredite, Mädchen-Fußball fürs Selbstvertrauen – die Projekte von Plan zur Förderung von Mädchen sind vielfältig und effektiv. Zudem beziehen sie die Jungen ganz selbstverständlich in die Veränderungsprozesse mit ein."

 

Aktueller Girls' Report

Genderreferentin Dr. Anja Stuckert präsentierte den aktuellen Girls’ Report von Plan. Schauspielerin Marion Kracht, seit kurzem Mitglied des Plan-Kuratoriums, und Geschäftsführerin Marianne M. Raven berichteten über von ihnen besuchte Mädchen-Projekte in Indien.

 

Zudem sprachen Holger Schwannecke, Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks sowie Dr. Werner Bauch, Vorstandsvorsitzender von Plan Deutschland.

 

Wieder mehr Kinderarbeit durch Finanzkrise

Millionen Kinder weltweit arbeiten in privaten Haushalten. 90 Prozent davon sind Mädchen. Viele von ihnen werden ausgebeutet, geschlagen oder auch sexuell missbraucht. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation ging die Kinderarbeit in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Doch als Folge der aktuellen Finanzkrise droht sich dieser positive Trend umzukehren. Fehlende Investitionen in die Zukunft der Mädchen führen gesamtwirtschaftlich zu erheblichen Wachstumsverlusten. Dabei zeigt eine Studie der Weltbank: Wenn nur ein Prozent mehr Mädchen eine weiterführende Schule besuchen kann, steigt das jährliche Pro-Kopf-Einkommen eines Landes um 0,3 Prozent.

 

 

 

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