Plan schützt Mädchen

Weltweit erleiden jährlich rund zwei Millionen Mädchen die Verstümmelung ihrer Genitalien. Plan setzt sich massiv für die Beendigung dieser gewaltsamen Praktik ein.

Abschaffung der Genitalverstümmelung braucht langen Atem



In zahlreichen vorwiegend afrikanischen Ländern werden Mädchen an den Genitalien verstümmelt. Dies gilt als "Eintrittskarte" in das Gemeindeleben. Nicht beschnittene Mädchen werden oft sozial ausgegrenzt. Die Psychologin und Plan-Beraterin Alice Behrendt erklärt im Interview, wie mühsam der Kampf gegen diese Praktik ist.

Das Schweigen brechen



In Sierra Leone sind nach Schätzungen 95 Prozent der Frauen beschnitten. Weibliche Genitalverstümmelung ist dort wie in vielen Ländern Afrikas ein Tabuthema. Der gewaltsame Ritus ist selbst auf politischer Ebene weitgehend akzeptiert. Plan setzt sich dafür ein, die Kultur des Schweigens zu brechen und Mädchen vor dieser Menschenrechtsverletzung zu schützen.

"Wir tun das Richtige, auch wenn die Menschen uns beleidigen und bedrohen"



Rugiatu Turay arbeit als Koordinatorin der Plan-Partnerorganisation AIM (Amazonian Initiative Movement), einer Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Lunsar, Sierra Leone. AIM hat sich gegründet, um die weibliche Genitalverstümmelung zu bekämpfen. Für Plan hat Rugiatu Turay einen Erfahrungsbericht geschrieben.

Beschneidungsfreie Dörfer in Guinea



Eine guineische Hebamme sagt "Nein!" zur weiblichen Genitalverstümmelung. Die außergewöhnliche Frau will nicht länger akzeptieren, dass die Gesundheit von Kindern und Frauen einer grausamen Tradition geopfert wird - mit Erfolg.

Sudan: Jugendliche aktiv gegen Genitalverstümmelung



Sie nutzen jede Möglichkeit, um auf die negativen Folgen von "Khitan", - weiblicher Genitalverstümmelung - aufmerksam zu machen. Kinder und Jugendliche im Sudan setzen sich mit Theaterstücken, selbst gestalteten Plakaten oder Videos gegen die grausame Praktik ein.

Plans Strategien und Ansätze gegen weibliche Genitalverstümmelung



Der Umgang mit dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung ist äußerst komplex. Mit der Praktik werden lokal oft ganz unterschiedliche Wertvorstellungen, Rahmenbedingungen und Ansichten verbunden. Plan hat die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, die spezifischen Kenntnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen der Gemeinden zu analysieren und die Vorgehensweise gegen die Praktik den Besonderheiten einer Region oder sogar eines Dorfes anzupassen.

"Sie haben meine Eltern überzeugt"



Mädchen vor der Genitalbeschneidung zu schützen, ist eine schwierige Herausforderung. Position zu beziehen kann zu ernsten Konflikten mit den Eltern und den Gemeindeältesten führen. In Burkina Faso bewahrte Plan die 14-jährige Diattou vor diesem Schicksal. Sie bedankte sich in einem bewegenden Brief bei Plan.

Hintergrundinformation weibliche Genitalverstümmelung



Die grausame Praktik findet vorwiegend in Afrika statt, vereinzelt aber auch in anderen Teilen der Welt. Vor allem bei der schlimmsten Form der Verstümmelung, der Infibulation, leiden die Mädchen oft lebenslang an den körperlichen und psychischen Folgen.

Hinweis



Plan Deutschland benutzt sowohl den Begriff "weibliche Genitalbeschneidung" als auch "weibliche Genitalverstümmelung". Im Rahmen der Programmarbeit vor Ort und in der Kommunikation mit den Betroffenen verwenden wir, sofern dies von den Mädchen, Frauen und Gemeinden gewünscht wird, den Begriff der Beschneidung.

Für Plan ist diese Praxis eine gravierende Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen, die konsequent bekämpft werden muss. Um das Schweigen über dieses gewaltsame Ritual zu brechen und auf politischer Ebene Unterstützung für die Beendigung dieser Tradition zu finden, reden wir in diesem Zusammenhang bewusst von "Verstümmelung". Wir brauchen Gesetze, die alle Formen der Gewalt gegen Mädchen – auch solche im Namen von Tradition und Kultur – verbieten und strafrechtlich ahnden.