Deutschland
Bundestag stimmt für UN-Mädchentag
Zum Internationalen Mädchentag präsentierte Plan Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den diesjährigen Bericht zu Plans Kampagne "Because I am a Girl". Im Rahmen des Get-togethers informierte Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan Deutschland darüber, dass der Deutsche Bundestag an diesem Abend fraktionsübergreifend entschieden hat, sich bei den Vereinten Nationen für den von Plan initiierten UN-Mädchentag einzusetzen.Rund 180 Gäste, darunter Nina Kronjäger, Barbara Schöne, Amber Marie Bongard, Deborah Kaufmann, Katja Kraus, Joana Zimmer und viele andere, waren der Einladung von Plan gefolgt. Sie kamen am 21. September zum Internationalen Mädchentag in das Berliner Humboldt Carré, um sich über "Because I am a Girl" zu informieren.
Seit 2007 veröffentlicht Plan den "Because I am a Girl"-Bericht zur Situation der Mädchen in der Welt. Schauspielerin und Plan-Patin Dana Golombek stellte den neuesten "Because I am a Girl"-Bericht zur Lage der Mädchen in der Welt vor. Der Bericht 2011 trägt den Titel: "Und was ist mit den Jungs?" Er zeigt, warum sich Jungen und Männer für Gleichberechtigung engagieren sollten, und warum nicht nur Mädchen und Frauen davon profitieren, sondern auch sie selbst. Gleichberechtigung erfordert das Engagement aller. Väter, Ehemänner, Brüder und Freunde tragen genauso zur Gleichberechtigung bei wie Mädchen und Frauen, die ihre Rechte einfordern.
Traditionelle Männlichkeit hemmt Entwicklung
Wenn Männer Gewalt ausüben, tun sie dies oft im Glauben, dass Mädchen und Frauen weniger wert seien als sie – eine gefährliche Fehleinschätzung, die Geschlechterungleichheit und Diskriminierung noch verstärkt. Das Gleiche gilt für die Vorstellung, dass ein "echter Mann" stark und hart sein müsse und Wut das einzige Gefühl sei, dass er zeigen dürfe. Solche "Glaubenssätze" schaden nicht nur Mädchen und Frauen, sondern auch Jungen und Männern.
Der Preis dafür ist hoch: In den Ländern Nord- und Lateinamerikas sowie der Karibik brechen Jungen öfter die Schule ab als Mädchen. Die häufigsten Todesarten für junge Männer sind Verkehrsunfälle, Selbstmorde und Gewaltdelikte. Dies steht im Zusammenhang mit ihrer Sozialisierung als Mann. "Traditionelle" Vorstellungen von Männlichkeit zwingen sie zu Verhaltensweisen, die ihnen selbst oft nicht behagen. Häufig trauen sie sich nicht, ihre Gefühle zu zeigen, oder sie haben selbst Gewalt erlebt und übertragen diese nun auf ihre Frauen und Kinder.
Bildung ist der Schlüssel – von Anfang an
In der Vorschule kann bereits in jungen Jahren die Gleichberechtigung gefördert werden. Männer mit weiterführender Schulbildung setzen sich stärker für die Gleichberechtigung ein. Sie üben seltener Gewalt gegen Frauen aus und beteiligen sich häufiger an der Erziehung der Kinder. Dementsprechend müssen beispielsweise Lehrpläne überarbeitet und Schulen zu sicheren Orten gemacht werden.
Den vollständigen Bericht und die deutsche Zusammenfassung finden Sie hier.
Bundestag setzt sich für Internationalen Mädchentag von Plan ein
Deshalb war es wichtig, dass die Abgeordneten des Bundestages für den entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag von CDU / CSU, SPD, FDP und Bündnis 90 / Die Grünen zur Einrichtung eines Internationalen Mädchentags der Vereinten Nationen ohne Gegenstimme angenommen haben. Ein Internationaler Mädchentag der Vereinten Nationen führt dazu, dass Mädchen sichtbarer werden und unterstützt das Millenniums-Entwicklungsziel zur Gleichberechtigung.
"Die Politikerinnen und Politiker haben diesen Antrag gemeinsam eingereicht und das Parlament hat ihm zugestimmt. Dies zeigt, wie breit die Unterstützung für unsere Forderung ist", freut sich Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan Deutschland.
Auch für den Vorstandsvorsitzenden von Plan Deutschland, Dr. Werner Bauch, ist die Entscheidung des Bundestages wesentlich: "Als Plan Deutschland 2008 den Internationalen Mädchentag ausrief, haben wir diese überwältigende Resonanz weltweit nicht erwartet. Wir freuen uns außerordentlich darüber, dass der Bundestag fraktionsübergreifend zustimmt, den 22. September zum Internationalen Mädchentag auf UN-Ebene einzurichten. Dank der Bemühungen von Plan wird die Regierung Kanadas einen Antrag bei den Vereinten Nationen einreichen, der jetzt von Deutschland, El Salvador sowie weiteren Ländern unterstützt wird."
Befürwortet wird die Entscheidung des Bundestages durch viele Parlamentarier:
"Mit dem UN-Mädchentag rückt die Lebenssituation der Mädchen stärker ins öffentliche Bewusstsein und zeigt uns allen: Wir müssen uns gemeinsam engagieren, damit kein Mädchen mehr auf der Welt ausgebeutet, ignoriert, verletzt, unterdrückt, ohne ihren Willen verheiratet, verkauft oder missachtet wird", erläutert Karin Roth (SPD).
Auch Dagmar Wöhrl (CSU) ergänzt "Mädchen haben ein sehr großes Potenzial. Aufgrund von gesellschaftlichen und veralteten Denkmustern, wird dieses von ihren Familien, Gemeinden und Heimatländern oft nicht genutzt. Ein weltweiter Aktionstag für Mädchen macht auf ihre Situation aufmerksam und stärkt sie. Ich freue mich, dass die Forderung des Kinderhilfswerks Plan fraktionsübergreifend Zustimmung gefunden hat."
Because I am a Girl – gesungene Botschaft
Als musikalische Gäste waren die Sängerin Joana Zimmer sowie die Band "Sisters" nach Berlin gekommen. Joana Zimmer, die im vergangenen Jahr am Mädchentag die 300.001. Patenschaft von Plan Deutschland übernahm, präsentierte auf dem diesjährigen Mädchentag ihren Song "Holding out for a hero".
Die Band "Sisters" unterstrich mit ihrem Song "Because I am a Girl" die Forderung nach einem UN-Mädchentag. Zusammen mit ihrem Produzenten Matthias Arfmann haben die Sängerinnen Onejiru, Meli und Nicole Hadfield das Lied zu Rechten von Mädchen aufgenommen. Die Sisters haben sich zusammengeschlossen, um sich politisch und sozial zu Themen wie Gender, Rassismus, Bildungs- und Umweltpolitik zu engagieren. Das ist "geballte Kraft von Frauen".
Fotowettbewerb 2011 - "Wer bin ich?"
Gemeinsam mit der Moderatorin Nicola Haaks von der Zeitschrift Brigitte gaben Schauspielerin Amber Marie Bongart und Jana Ludwig vom Jugendforum PlanAction den Startschuss für den diesjährigen Jugend-Fotowettbewerb. Wer bin ich?" ist das Motto des digitalen Kontests für Jugendliche, bei dem sich dieses Jahr alles um das Thema Identität dreht.
Den 22. September zum Internationalen Mädchentag machen
Um die Rechte von Mädchen noch stärker in den Fokus zu rücken, fordert Plan: Der 22. September muss Internationaler Mädchentag der Vereinten Nationen (UN) werden. Machen Sie mit und unterschreiben Sie die entsprechende Petition an die UN.
Wir danken den Unterstützern des Abends: Zeitschrift Brigitte, Nivea, Bertelsmann, Allianz, creativecomp und dem Humboldt Carré.

