Bangladesch
Kinderleicht Wasser fördern
Am diesjährigen Weltwassertag, dem 22. März, werden die Kinder der Garpara Grundschule machen, was sie immer zur Mittagszeit tun: Hunderte Liter sauberes Trinkwasser in einen Tank auf dem Schuldach pumpen. Die wichtige Ressource fließt mit einem beliebten Pausenspiel in die Leitungen der Schule. Plan setzt diese Art der Wasserförderung erstmals in dem südasiatischen Land ein.Im Schulhof spielen die Kinder auf einer Pumpe – bekannt auch als die Spielplatzpumpe. Sie funktioniert nach dem einfachen Prinzip einer Wippe. Sobald die Mädchen und Jungen auf ihren Achsen in die Höhe schnellen, betätigen sie einen Mechanismus, der Wasser aus dem Untergrund fördert. Und über einen Tank werden die Waschräume und sanitäre Anlagen mit dem kostbaren Nass versorgt.
Plan übernahm das kinderfreundliche und robuste Pumpensystem aus afrikanischen Projekten erstmals für Südasien.
Hygienische Verhältnisse
Bevor die Wasserpumpe mit hohem Freizeitwert von Plan installiert wurde, gab es in der Schule nur eine alte Handpumpe. Sie ließ sich vor allem von den Kindern nur schwer bedienen. Entsprechend schlecht waren die Versorgung mit Wasser und die hygienischen Verhältnisse in der Garpara Grundschule.
Eine Erhebung vom Kinderhilfswerk Plan ergab, dass die Hälfte der Schulen in dem südasiatischen Land weder sauberes, noch keimfreies Wasser in den Waschräumen zur Verfügung hat. Vielfach sind die sanitären Anlagen unhygienisch, so dass sich vermeidbare Krankheiten leicht ausbreiten können.
Durchfallerkrankungen bei Kindern bleiben in Bangladesch eine der häufigsten Todesursachen. Besonders Mädchen verlassen wegen der mangelhaften Zustände frühzeitig die Schulen und bleiben dem Unterricht fern. Mit fatalen Folgen für ihre beruflichen Chancen.
Kinderrechte – ein Kinderspiel
"Die Spielplatzpumpe ist eine wunderbare Antwort auf die Kinderrechtskonvention, die unter anderem ein Recht der Mädchen und Jungen auf qualitative Bildung, Aufwachsen in gesunder Umgebung sowie auf Spiel und Freizeit festschreibt. Mit der besonderen Pumpe haben etwa 150 Schülerinnen und Schüler Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen," sagt der Länderdirektor von Plan Bangladesch, Ned Espey. "Die leeren Stühle in den Klassenzimmern füllen sich wieder mit energiegeladenen, gesunden Schülerinnen und Schülern."
In Bangladesch verschärft sich die Wassersituation zunehmend. Vor allem der Klimawandel verschlimmert die Folgen von Stürmen und Überschwemmungen. Parallel sind Wasserquellen durch Erosion und Verschmutzung gefährdet.

