El Salvador
Mädchen vor sexueller Gewalt schützen
Ein Drittel aller werdenden Mütter in El Salvador ist unter 18 Jahren. Viele dieser frühen Schwangerschaften sind nicht gewollt, Ursache ist häufig sexueller Missbrauch. Plan setzt sich für den Schutz der Mädchen und ihr Recht auf Bildung ein.Als Jugendliche ungewollt schwanger zu werden - für Mädchen in El Salvador bricht damit ihre Welt zusammen, ihre Hoffnung auf ein selbstbestimmtes und gesellschaftlich akzeptiertes Leben. In dem mittelamerikanischen Land brechen 78 Prozent der schwangeren Mädchen aufgrund sozialer Diskriminierung und Ausgrenzung durch ihre Familien, Klassenkameraden und Lehrer vorzeitig die Schule ab. Ohne Arbeit und Unterstützung durch ihre Familie können sie ihre Kinder meist nur unzureichend versorgen.
Plan Deutschland unterstützt über den Mädchen-Fonds ein Projekt zum Schutz vor sexueller Gewalt in neun Bezirken des Landes. Insgesamt sollen dabei 4.500 Mädchen und Jungen zwischen 12 und 18 Jahren erreicht werden. 450 von ihnen werden als Multiplikatoren ausgebildet, um Gleichaltrige über verantwortungsvolles Sexualverhalten aufzuklären. Dabei informieren diese Jugendlichen andere Jugendliche darüber, was sie tun können, um sich vor Gewalt zu schützen, an wen sie sich bei Fällen von Missbrauch wenden und wie sie die "Kultur des Schweigens" innerhalb der Familien und Gemeinden brechen können. Denn über diese Themen zu reden, ist immer noch ein großes Tabu.
Beteiligung als Schlüssel zum Erfolg
Die Beteiligung der Jugendlichen ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Projekts. Die Erfahrung zeigt, dass gerade innerhalb von so genannten „peer groups“, also Gruppen von Gleichaltrigen oder Gleichgesinnten, insbesondere junge Menschen Aufklärung und Information bereitwilliger annehmen, als wenn sie von Außenstehenden kommt. So organisieren sich bei dem Projekt in El Salvador Mädchen und Jungen in Jugendgruppen und beteiligen sich an Aufklärungskampagnen. Sie tauschen sich über ihr Rollenverhalten und die Bedeutung eines verantwortungsbewussten Sexualverhaltens - von Jungen wie Mädchen - aus. Dabei werden auch die Kinderrechte thematisiert, die Frage der Gleichberechtigung und der Beteiligung von Jugendlichen bei Entscheidungsprozessen in der Familie oder der Gemeinde, die sie selbst betreffen.
In Zentren für Gewaltopfer werden ungewollt schwangere Mädchen psychologisch betreut und erhalten Rechtsbeistand. Die Familien werden beraten, wie sie die jungen Mütter am besten unterstützen können - zum Beispiel, wenn sie ihren Schulabschluss machen möchten.
Breite Netzwerke
In die Maßnahmen zur Umsetzung der Kinderrechte und zum Schutz vor Gewalt werden 225 sogenannte Schlüsselpersonen eingebunden. Das sind Menschen, die im Ort geachtet sind, auf die gehört wird. Dazu gehören Lehrer, Führungskräfte, aber auch Personen wie der Gemüsehändler an der Ecke. Darüber hinaus gibt es Schulungen über Kinderrechte und die sozialen Folgen früher Schwangerschaften für 375 Verantwortliche im Gesundheits-, Justiz- und Erziehungsbereich. Die Regierung wird zudem dabei unterstützt, verbindliche Rechtsstrukturen zum Schutz der Mädchen und Jungen zu schaffen.
Plan setzt sich in vielen Projekten dafür ein, dass Mädchen und Jungen gleiche Chancen und Rechte bekommen. Spenden Sie für den Mädchen-Fonds.

