Matinee in der Staatsoper Hamburg
Unter dem Motto "Plan bewegt" feierte Plan Deutschland am 1. März 2009 sein 20-jähriges Bestehen. Die Matinee in der Hamburgischen Staatsoper war ein Dankeschön an langjährige Patinnen und Paten sowie Freunde, Förderer und ehrenamtliche Helfer.Rund 1.200 Gäste waren an dem Jubiläums-Sonntag in die Hamburgische Staatsoper gekommen. Vor allem Patinnen und Paten der ersten Stunde, Ehrenamtliche, aber auch prominente Förderer, wie die Schauspielerin Barbara Auer, der Schriftsteller Arno Surminski und das Schauspielerpaar Nadja Tiller und Walter Giller. Plan-Patin Dunja Hayali moderierte die zweistündige Veranstaltung mit Charme, Witz und Herz.
Das 20-jährige Bestehen von Plan Deutschland nahm der Vorstandsvorsitzende Dr. Werner Bauch zum Anlass, sich in seiner Ansprache herzlich bei allen Beteiligten zu bedanken: "Mein großer Dank gilt allen Patinnen und Paten, die uns mit aktuell 280.000 Patenschaften unterstützen. Ohne sie wäre unsere Arbeit nicht möglich. Durch sie erreichen wir derzeit etwa 2,8 Millionen Kinder und ihre Familien in den ärmsten Gemeinden in 48 Ländern der Welt." Auch das Engagement der Ehrenamtlichen und der Projektspender sowie das vieler Schulkassen mit einer Schülerpatenschaft schloss Dr. Werner Bauch ausdrücklich in seinen Dank ein.
Begrüßt wurde das Publikum auch von Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Christa Goetsch: "20 Jahre Plan Deutschland bedeuten 20 Jahre Einsatz für die Rechte von Kindern in aller Welt. Auch viele Hamburger engagieren sich hier – das ist gelebte Solidarität zum Wohle der Kinder." Christa Goetsch lobte Plans demokratischen Ansatz und verwies auf den Erfolg der kindorientierten Gemeindeentwicklung, die unzähligen Mädchen und Jungen eine bessere Kindheit ermöglicht.
Gleichberechtigte Beziehung
Der Plan-Kuratoriumsvorsitzende Hanns-Eberhard Schleyer bat die Gäste der Matinee in seiner Ansprache, nicht wegzusehen, wenn Kinder in Entwicklungsländern hungern: "Wir Menschen in Europa sind nicht nur Gebende, sondern auch Nehmende. In unserem Alltag sind wir auf viele Dinge angewiesen, die aus Entwicklungsländern stammen. Daher ist es wichtig, unsere Beziehungen fair zu gestalten."
Paul Arlman, Vorstandsvorsitzender von Plan International, wies auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise hin und betonte: "Hoffen wir, dass die Bevölkerung in den reicheren Teilen der Welt sich darüber im Klaren ist, dass die Kinder in den ärmeren Ländern ihre Zukunft nicht ohne Hilfe durch Organisationen wie Plan gestalten können."
Hilfe für Afrika
Vor welchen Herausforderungen die Menschen zum Beispiel in Uganda stehen, vermittelte das Plan-Kuratoriumsmitglied Marie-Luise Marjan dem Publikum auf eindrückliche Weise. Die Schauspielerin las aus Henning Mankells Buch "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt", in dem der schwedische Bestsellerautor die Auswirkungen von HIV und Aids auf das soziale Leben der Menschen in dem Land nachzeichnet. Plan unterstützt die betroffenen Menschen mit einem nachhaltigen Projektansatz. Darüber urteilte der Schriftsteller: "Plan ist eine transparente Organisation, die sorgsam mit den ihr anvertrauten Geldern umgeht."
Henning Mankell reiste 2008 gemeinsam mit Dunja Hayali ins Programmgebiet Tororo. Hier fördert Plan das Projekt der so genannten Memory-Books, mit denen Aidskranke persönliche Erinnerungen ihren Kindern hinterlassen können. Mankell wies darauf hin, wie wichtig dies für das Überleben der Kinder ist: "Ein zwölfjähriges Mädchen, das beide Eltern durch Aids verloren hatte, reichte mir ein kleines Heft. Darin lag ein blauer, gepresster Schmetterling. Das Mädchen sah mich an und sagte: Ich hatte eine Mutter, die blaue Schmetterlinge liebte."
Wie dicht große Not, Armut und Lebenslust gerade in Afrika beieinander liegen, zeigte der Auftritt von Ensemblemitgliedern des Disney-Musicals "König der Löwen". Sie zauberten einen phantasievollen Ausflug in die farbenprächtige Welt auf dem afrikanischen Kontinent auf die Opernbühne.
Ziele für die Zukunft
In einer Podiumsdiskussion mit Henning Mankell unterstrich Marianne M. Raven, Geschäftsführerin von Plan Deutschland, die Bedeutung der Mädchen-Kampagne. Diese müsse jetzt auch auf politischer Ebene vorangebracht werden. Sie bat die Gäste, die Petition "Mädchen in die Schulen" zu unterschreiben, damit zum nächsten Internationalen Mädchentag am 22. September möglichst viele Unterschriften an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht werden können. Wie wichtig dieses Anliegen ist, dokumentierten auch zahlreiche Filmbeiträge, die Einblicke in den Alltag von Kindern in Afrika, Asien und Lateinamerika boten und verschiedene Plan-Projekte vorstellten.
Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Bauch gab in seiner Rede auch einen Ausblick auf künftige Vorhaben: "Schon heute berücksichtigen wir in unserer Programmarbeit ökologische Standards. Doch möchten wir das Thema Umwelt noch mehr betonen. Plan Deutschland wird sich künftig verstärkt für eine ,kind- und umweltorientierte Gemeindeentwicklung’ einsetzen."
Künstler für die gute Sache
Die Plan-Patin Katja Riemann präsentierte gemeinsam mit dem Jazzgitarristen Arne Jansen zwei selbst komponierte Lieder – darunter ihr sehr persönliches Stück "To my family". Mit einem spontanen Geburtstagsständchen gratulierte die Schauspielerin beim Zusammentreffen mit Patinnen und Paten zum 20. Geburtstag. Ebenso die Sängerin Shweta, die mit ihrem Tanzensemble das Publikum musikalisch nach Südasien entführte: "Alles Gute von mir für Plan – auch für die nächsten 20 Jahre! Ich komme selber aus Indien und weiß, wie viel Plan dort tut."
Großen Applaus bekamen auch das Landesjugendorchester Hamburg für seinen Auftritt mit Schostakowitschs Jazz-Suite No. 2, die Schülerinnen und Schüler der Ballettschule des Hamburg-Ballett - John Neumeier sowie der Hamburger Kinder- und Jugendchor St. Michaelis.
Gage als Geschenk
Alle Interpreten verzichteten auf ihre Gage – und auch dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren entstanden Plan für dieses Fest keine Kosten. Vor allem der Hamburgischen Staatsoper gebührt großer Dank – sie öffnete großzügig ihr Haus für die größte Nichtregierungsorganisation der Hansestadt. Detlef Meierjohann, Geschäftsführender Direktor: "Plan will eine Welt gestalten, in der Kinder keine Armut leiden, sich gesund entwickeln und frei entfalten können. Mit 280.000 Patenschaften rund um die Welt hat Plan Deutschland sich in den vergangenen 20 Jahren wirklich eindrucksvoll für dieses Ziel einsetzen können."

