Chance²

Schüler nutzen Chancen – Schüler geben Chancen: Unter diesem Motto hat der Verein Arbeit-Schule-Integrations-Gesellschaft (ASIG) in Berlin Schülerfirmen aufgerufen, sich sozial zu engagieren. Unter anderem wurde vorgeschlagen, dass eine oder mehrere Schülerfirmen zusammen eine Patenschaft bei Plan übernehmen.

Diese Schülerfirmen geben Jugendlichen mit Lernschwächen die Möglichkeit, sich mit praktischer Arbeit zu orientieren und zu bewähren. Das kann beispielsweise eine Firma sein, die Catering-Dienste innerhalb oder außerhalb einer Schule anbietet. Die Schülerfirma Kulimax beispielsweise lieferte und servierte bereits für Veranstaltungen des Bundespräsidenten und im Roten Rathaus.

Die Schülerfirmen wurden über den Europäischen Sozialfonds gefördert, dienen der Berufsvorbereitung der Schülerinnen und Schüler und arbeiten in erster Linie nicht gewinnorientiert. So haben die Jugendlichen ein Erfolgserlebnis außerhalb des für sie häufig frustrierenden Schulunterrichts. Einige von ihnen finden dadurch einen Ausbildungsplatz, zumal viele der mittlerweile 174 Berliner Schülerfirmen in Kooperation mit Unternehmen arbeiten.

Die Aktion Chance² ist entstanden auf Grund des positiven Beispiels der Schülerfirma Kulimax von der Schule am Zwickauer Damm, die seit Dezember 2004 eine Patenschaft bei Plan hat:

 

Wie wir auf Plan aufmerksam wurden

„Im November 2004 machte unsere Klasse 10b eine Exkursion zur Import Shop Messe in den Messehallen am Funkturm. Im Rahmen dieser Messe findet ein Bildungsprogramm für Schüler aller Schularten statt. Thema dieser Bildungsmesse war „Essen Global“,  d.h. 20 verschiedene Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) stellten entwicklungspolitische Projekte vor.

So ein Tag auf einer Messe wird von unseren Lehrern mit uns vorbereitet. Wir erhalten feste Arbeitsaufträge, Informationen über die einzelnen NGOs werden gesammelt, Fragen und Interviews werden geführt und am nächsten Tag ausgewertet.

An diesem Tag waren wir zu dritt in einer Arbeitsgruppe unterwegs und blieben dabei vor bewegenden Bildern stehen: Kinder, arme Kinder, die hungrig und krank aussahen.

Wir vertieften uns in die Texte und Bilder, die uns fesselten. In einem Gespräch mit netten und kompetenten Menschen erhielten wir weitere Informationen und hörten dabei zum ersten Mal den Namen Plan und erfuhren von der Möglichkeit einer Patenschaft.

Als wir am kommenden Schultag unser Arbeitsergebnis vorstellten, ging es in einer sich anschließenden sehr emotionalen Diskussion darum, ob wir als Schülerfirma solch eine Patenschaft übernehmen wollen und können. Mit einem Anruf bei der Organisation Plan erhielten wir die für uns wichtige Information, dass auch eine Schülerfirma eine Patenschaft übernehmen kann. Finanzieren wollten wir diese Patenschaft mit dem Gewinn aus der Arbeit unserer Schülerfirma, darüber waren wir uns alle einig.

Nun ist es nicht so, dass unsere Eltern alle total viel Geld verdienen, einige von uns leben im Heim, einige Eltern erhalten Hartz IV, andere Eltern arbeiten sehr hart und keiner von uns lebt im Reichtum. Es war aber sehr ergreifend für uns zu sehen, dass es Kindern in einigen anderen Ländern noch viel, viel schlechter geht als uns.
Unser Jahrgang hat nun bereits die Schule verlassen, die meisten von uns hatten das Glück, eine Ausbildung zu bekommen. Die ehemalige neunte Klasse ist in unsere Fußstapfen getreten und führt die von uns begonnene Patenschaft weiter. Unser Jahrgang hat noch Kontakt zu der alten Schule und unsere Patenschaft ist ein willkommener Anlass, die Verbindung zur Schule zu halten. In der Hoffnung, dass auch die zukünftigen 10. Klassen dieses Projekt weiterführen, grüßen wir ganz herzlich unser Patenkind Do."

Dass ich Lesen und Schreiben kann, ist eine große Hilfe für meine Familie!