Schutz für Neugeborene in Uganda
Die Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Baby ist die häufigste Form der HIV-Infektion von Kindern. Die meisten Kinder werden bereits in der Schwangerschaft oder durch den Blutkontakt während der Geburt angesteckt. Manchmal kommt es auch zu einer Infektion durch das Stillen. Dabei ist es möglich, viele Kinder durch gezielte Prävention zu schützen. Eine medikamentöse Behandlung der HIV-positiven Mutter während und kurz nach der Geburt kann das Infektionsrisiko für ihr Kind um mindestens 50 Prozent reduzieren. Im Rahmen eines Pilotprojektes bietet Plan im Distrikt Tororo, im Osten von Uganda, schwangeren Frauen eine medizinische Betreuung, die das Risiko einer HIV-Übertragung auf ihr Kind reduziert.Plan-Pilotprojekt in Uganda
Das PMTCT-Projekt ("Prevention of Mother To Child Transmission") wird in acht Gesundheitsstationen in Tororo durchgeführt und ist in die Regierungs- beziehungsweise kommunale Arbeit integriert. Bisher konnte die Quote der infizierten Babys in Tororo von 27 auf 11 Prozent reduziert werden. Rund 170.000 Einwohner zählt das Einzugsgebiet des Mukujju-Gesundheitszentrums in Tororo. Sechs bis acht Prozent dieser Menschen sind hier von HIV und Aids betroffen.
Caroline, eine junge Mutter aus Tororo, ist eine der Teilnehmerinnen des PMTCT-Projekts des Mukujju-Gesundheitszentrum. Die 34-jährige Grundschullehrerin hatte sich vor Jahren einem HIV-Test unterzogen, der zeigte, dass sie HIV-positiv ist. Für sie waren das zu jenem Zeitpunkt verheerende Nachrichten. Sie hatte das Gefühl, ihr Leben sei zu Ende - und brauchte lange Zeit, die Krankheit zu akzeptieren. Über den lokalen Radiosender erfuhren Caroline und ihr Mann schließlich von dem Präventions-Pprojekt. War es möglich, trotz HIV-Infektion ein gesundes Kind zu bekommen und groß zu ziehen? Das Paar fasste neuen Lebensmut und besorgte sich über das Mukujju-Gesundheitszentrum in Tororo weitere Informationen. Nach eingehender Beratung entschied es, trotz HIV-Infektion ein Kind zur Welt zu bringen.
Schwangerschaft trotz HIV
Ihre Entscheidung führte dazu, dass Caroline sich mit ihrer Mutter und ihrer Schwester überwarf. Sie waren sehr aufgebracht, als sie von der Schwangerschaft erfuhren, denn sie glaubten, dass Caroline ein HIV-positives Baby zur Welt bringen würde. Unterstützung bekam Caroline dagegen von den Mitarbeitern des Mukujju-Gesundheitszentrums und von Frauen, die in derselben Situation waren wie sie. Während ihrer regelmäßigen Besuche in Mukujju erfuhr Caroline alles über das richtige Verhalten während der Schwangerschaft und der Geburt.
So weiß Caroline inzwischen auch, dass das größte Übertragungsrisiko zu 70 Prozent bei der Geburt besteht, zu 15 Prozent während der Schwangerschaft und zu 15 Prozent durch Stillen. Durch einfache Maßnahmen - vor allem während der Geburt - kann das Risiko jedoch minimiert werden. Bei der Entbindung wird steriles Geschirr verwendet und auf Dammschnitte verzichtet. Aus diesen Gründen sollten die Mütter möglichst im Gesundheitszentrum entbinden.
Umfassende Betreuung nach der Geburt
Auch über die Zeit nach der Geburt wird in Mukujju umfassend aufgeklärt. Maximal sechs Monate sollte gestillt werden, danach verändert sich die Muttermilch und damit das Übertragungsrisiko. Bei den Medikamenten, die verabreicht werden, handelt es sich um eine Kombination aus mehreren Präparaten, die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen werden. So nehmen die Frauen über einen kurzen Zeitraum das Medikament AZT ein, unmittelbar vor der Geburt eine Dosis des Arzneimittels Nevirapine. Die Neugeborenen erhalten eine Einmalgabe des Nevirapinsirups.
Caroline fühlt sich in Mukujju gut betreut. "Mit den Patienten wird dort offen gesprochen", erzählt sie, "die Wartezeit ist kurz, es dauert nicht länger als 30 Minuten. Außerdem ist das Personal dort sehr freundlich und herzlich zu Menschen, die mit HIV/Aids leben - im Gegensatz zu anderen Gesundheitszentren."
Kind auch nach sechs Monaten HIV-negativ
Schließlich brachte Caroline ihr Kind im Mukujju-Gesundheitszentrum zur Welt: eine Tochter. Ihr Baby erhielt ebenfalls Nevirapine. Als HIV-positive Mutter war Caroline im Vorfeld geraten worden, ihren Säugling mit Hilfe des PMTCT-Programm zu ernähren. Sie entschied sich, ihr Baby die ersten drei Monate zu stillen, und ihm erst dann Zusatznahrung zu geben. Nach sechs Monaten machte Caroline mit ihrem Kind den ersten HIV-Test. Das Ergebnis zeigte, dass sich ihre Tochter nicht mit HIV infiziert hatte. Caroline war sehr stolz. Nach weiteren sechs Monaten ließ Caroline ihr Kind erneut untersuchen, und es war auch diesmal HIV-negativ.
Das war dann auch der Wendepunkt in der Beziehung zu ihrer eigenen Mutter und den restlichen Familienmitgliedern. Endlich begannen ihre Familie, sie und ihr Kind zu akzeptieren. Caroline begibt sich weiterhin regelmäßig in ärztliche Behandlung. Die umfassende Unterstützung des Mukujju-Gesundheitszentrums ist für sie der Schlüssel zum Leben.
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